Norderstedt
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Polizei nimmt Anführer einer Betrügerbande fest

Foto: Polizei / HA

Bundesweite Razzia auch in zwei Wohnungen in Norderstedt. Ein 29-Jähriger soll Kreditkartenbetrug in großem Stil organisiert haben

Norderstedt.  Autofahrern bot sich ein ungewöhnliches Bild: Auf dem Bürgersteig an der Niendorfer Straße stand eine Reihe von Polizeifahrzeugen mit dem Kennzeichen „BP“. Die Bundespolizei durchsuchte zwei Wohnungen in Norderstedt, eine davon an der Niendorfer Straße. Dort nahmen die Beamten einen 29-jährigen Mann aus Ghana fest. Er zählt nach Polizeiangaben zu den drei Haupttätern, denen Kreditkartenbetrug in großem Stil vorgeworfen wird.

Insgesamt 130 Polizisten durchsuchten bei der bundesweiten Razzia gestern ab 7 Uhr acht Wohnungen, neben den beiden in Norderstedt vier in Hamburg und zwei im Raum Stuttgart. Die Durchsuchungsbeschlüsse richteten sich gegen zehn Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte ein Ermittlungsverfahren gegen eine aus dem afrikanischen Raum stammende Tätergruppe wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges eingeleitet. Der in Norderstedt festgenommene Ghanaer soll einer der Drahtzieher sein. Die Staatsanwaltschaft wirft der Bande vor, sich auf kriminelle Weise Kreditkarten beschafft, damit Online-tickets der Deutschen Bahn AG gekauft und weiterverkauft zu haben.

Für ihre betrügerischen Machenschaften hätten die vermeintlichen Täter ein Internetcafé in Hamburg genutzt. Den Schaden beziffert die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbe- kämpfung Halle, die die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft führt, auf rund 200.000 Euro.

Darüber hinaus sollen die Männer die Kreditkarten auch benutzt haben, um damit im Internet einzukaufen. Den Wert der illegal beschafften Waren gibt die Polizei mit einem hohen fünfstelligen Betrag an. In der Wohnung des 29-Jährigen stellten die Beamten Diebesgut sicher, vor allem Elektronikartikel wie Flachbildschirmgeräte. Während die Bundespolizei den Haftbefehl gegen den Mann vollstrecken und ihn im Polizeikonvoi nach Sachsen fahren konnte, blieb ein weiterer Versuch erfolglos.

Als die Beamten in der zweiten Wohnung in Norderstedt den zweiten Haftbefehl vollstrecken wollten, trafen sie den Gesuchten nicht an. Der Mann, ebenfalls einer der Drahtzieher, wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Der Leiter der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung, Markus Pfau, sagte: „Mit den Maßnahmen konnten wir weiteren Vermögensschaden von den Verkehrsunternehmen abwenden und zugleich zeigen, dass auch das Internet kein rechtsfreier Raum für Betrüger ist.“