Norderstedt
Finanzen

Millionendefizit: Tangstedt droht die Zahlungsunfähigkeit

Die Gemeinde Tangstedt steckt finanziell in Schwierigkeiten

Die Gemeinde Tangstedt steckt finanziell in Schwierigkeiten

Foto: Jens Kalaene / dpa

Haushaltsentwurf für 2017 weist Minus von fast 1,4 Millionen Euro auf. Liquidität ist ohne Nachbesserungen bald aufgebraucht.

Tangstedt.  Die Gemeinde Tangstedt ist in wenigen Monaten zahlungsunfähig. Davor warnt Manuel Plöger, Kämmerer des Amtes Itzstedt, für den Fall, dass der vorgelegte Haushaltsentwurf für 2017 ohne erhebliche Nachbesserungen beschlossen wird. Der prognostizierte Etat weist ein Defizit von 1,376 Millionen Euro auf – schon in diesem Jahr beläuft sich das Minus auf knapp eine Million Euro. Es gibt ein krasses Missverhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben – und das, obwohl Tangstedt im nächsten Jahr 487.500 Euro zusätzlich an Steuern, Schlüsselzuweisungen des Landes und Umlagen vom Kreis Stormarn und vom Amt Itzstedt erhält.

Die Ursachen sind vielfältig. So gibt die Gemeinde deutlich mehr aus für ihre Kinderbetreuung, als an Gebühren eingenommen wird. Dazu summieren sich die geplanten Ausgaben für die Infrastruktur, etwa für Straßenmaßnahmen oder Schleusen und Brücken. Drittens: Aufgrund seiner Lage im „Achsenzwischenraum“ hat der Ort kaum Möglichkeiten, Gewerbegebiete auszuweisen.

Laut Plöger sei die Liquidität Tangstedts Mitte 2017 aufgebraucht. Um das zu verhindern, hat das Amt diverse Vorschläge gemacht. So könnten die Kitabeiträge erhöht werden, damit der Deckungsgrad durch Elterngebühren von 29 auf 37,5 Prozent steigt – Mehreinnahmen: 270.000 Euro. An der betreuten Grundschule könnten der Deckungsgrad von 33 auf 50 Prozent angehoben werden und die Geschwisterermäßigung wegfallen – weitere 85.000 Euro.

Der nächste Schritt sind Steuererhöhungen der Grundsteuer A (330 auf 370 Prozent), Grundsteuer B (350 auf 390 Prozent) und der Gewerbesteuer (360 auf 370 Prozent) – 167.000 Euro könnten eingenommen werden. Eine höhere Hundesteuer von 120 statt wie bisher 100 Euro brächte 12.000 Euro. Die geplante Pferdesteuer, die rund 100.000 Euro bringen könnte, ist noch nicht im Haushaltsplan enthalten und wird nachgetragen, sobald sie amtlich ist. Würden ferner die anstehenden Unterhaltungsmaßnahmen zur Hälfte gestrichen oder verschoben, könnte Tangstedt 433.000 Euro sparen. Was in der Politik diskutiert wird, ist auch die endgültige Schließung der Costa Kiesa, die pro Jahr 76.000 Euro kostet.

Der Finanzausschuss beschäftigt sich an diesem Mittwoch, 19.30 Uhr (Amtsverwaltung Itzstedt, Sitzungssaal), mit dem Haushalt.