Norderstedt
Kaltenkirchen

Wenn das Leben langsam zu Ende geht...

Sie informierten rund um das Thema  Palliativversorgung: Marina Walla-Reichardt (von links), Jana Vosz-Kobi (beide „Bliev to Huus“), Palliativarzt Dr. Sandu Deunert, Ann­gret Redecke (DRK-Hospizgruppe) und  Koordinatorin Dagmar Lichtblau

Sie informierten rund um das Thema Palliativversorgung: Marina Walla-Reichardt (von links), Jana Vosz-Kobi (beide „Bliev to Huus“), Palliativarzt Dr. Sandu Deunert, Ann­gret Redecke (DRK-Hospizgruppe) und Koordinatorin Dagmar Lichtblau

Foto: Hans-Eckart Jaeger / HA

Viele Interessierte informierten sich beim Palliativ- und Hospiztag in Kaltenkirchen. Veranstalter zufrieden mit Bilanz.

Kaltenkirchen.  „Müssen Menschen am Ende ihres Lebens leiden?“, fragte Dr. Sandu Deunert in die Runde. „Nein, das müssen sie nicht“, gab der Palliativarzt aus Kisdorf für alle Zuhörer in Raum 215 des Rathauses in Kaltenkirchen gleich selber die Antwort.

„Die meisten Menschen, die wissen, dass ihre Lebenszeit begrenzt ist, haben Angst, die Kontrolle zu verlieren“, sagte der Allgemeinarzt, der zum Care-Team im gemeinnützigen Palliativnetz Travebogen GmbH gehört. „Wir können sie unterstützen.“ Ziel der Palliativversorgung sei es, Menschen mit einer unheilbaren Krankheit ein Leben ohne Schmerzen oder andere Beschwerden zu ermöglichen.

Veranstalter zufrieden mit der Resonanz

Der Vortrag des Allgemeinmediziners war der letzte beim 1. Palliativ- und Hospiztag in der Stadt Kaltenkirchen. Zuvor hatten Sterbeamme Claudia Cardinal („Allein sterben ist für viele Menschen eine Horrorvorstellung“), Ann­gret Redecke von der Hospizgruppe des Deutschen Roten Kreuzes und weitere Fachkräfte informativ über ihre Tätigkeiten berichtet. Als Motto hatten die Veranstalter eine chinesische Weisheit gewählt: „Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“

Dagmar Lichtblau aus Norderstedt ist die Regional-Koordinatorin beim Palliativnetz Travebogen GmbH, dem in der Region West zehn Ärzte, sechs besonders ausgebildete Pallitativ-Pflegeteams (unter anderem „Bliev to Huus“) und drei Hospizgruppen angeschlossen sind. Das Care-Team ist rund um die Uhr telefonisch erreichbar (Zentrale: (0451/16 08 59 51).

„Unsere Fachkräfte haben eine Zusatzausbildung absolviert“, versichert Dagmar Lichtblau. „Sie tun alles, um schwerstkranke Patienten mit Würde und Respekt zu behandeln und ihnen ein Höchstmaß an Lebensqualität zu ermöglichen.“ Die „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) mit gesetzlichem Anspruch integriert auch psychische, spirituelle und soziale Bedürfnisse wie Ängstlichkeit, Depression und Panikgefühle.

„Der erste Palliativ- und Hospiztag hatte eine starke positive Resonanz“, sagte Klaus Stuber, Vorsitzender des Seniorenbeirates Kaltenkirchen. „Wir werden ihn in ein oder zwei Jahren gerne wiederholen.“