Norderstedt
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30-Jährige belog den Gerichtsvollzieher

Das Amtsgericht Norderstedt verurteilte die Hausfrau wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu einer Geldstrafe von 3000 Euro

Das Amtsgericht Norderstedt verurteilte die Hausfrau wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu einer Geldstrafe von 3000 Euro

Foto: Michael Rauhe

Eine 30 Jahre alte Frau machte falsche Angaben zu ihren Vermögensverhältnissen. Nun muss sie eine Geldstrafe von 3000 Euro zahlen.

Norderstedt.  Wer behauptet, niemals zu lügen, sagt wahrscheinlich nicht die Wahrheit. Grundsätzlich ist es nicht strafbar, andere anzulügen. Anders verhält es sich allerdings einem Gerichtsvollzieher gegenüber. Wer dieser Amtsperson wissentlich falsche Angaben macht, kommt mit dem Gesetz in Konflikt. Deshalb musste sich Sabine L. (Name geändert) vor dem Amtsgericht Norderstedt verantworten. Der Anklagevorwurf: falsche Versicherung an Eides statt, früher als Offenbarungseid bekannt.

Auf dem Anklagestuhl sitzt eine geschmackvoll gekleidete junge Frau mit einem offenen, sympathischen Gesicht. Die 30-Jährige soll im Juni 2014 einem Gerichtsvollzieher falsche Angaben zu ihren Vermögensverhältnissen gemacht haben. Damit wollte Sabine L. einer drohenden zivilrechtlichen Zwangsvollstreckung entgehen.

Die Frau beteuerte, weder Auto noch Konto zu besitzen

Zum Tatvorwurf verweigerte die Beschuldigte zum Prozessbeginn jede Stellungnahme. Nach Rücksprache mit ihrem Verteidiger gestand sie dann aber doch die Anklage. „Sie hat eingesehen, dass es ein falsches Verhalten war“, zitierte er seine Mandantin.

Die Beweisaufnahme ergab, dass die zweifache Mutter damals den Gerichtsvollzieher gleich zweimal wissentlich belog. Dessen Frage nach einem Privatauto verneinte sie, obwohl sie damals zwei geleaste Wagen fuhr. Dazu gab sie an, kein Konto mehr zu besitzen. In Wahrheit führte die gelernte Versicherungskauffrau damals vier Konten. Sie habe damit weiteres Schnüffeln in ihrem Privatleben verhindern wollen, ließ die schweigsame Mandantin ihren Verteidiger verkünden.

Für die Justiz ist Sabine L. keine Unbekannte. Sie war vom Amtsgericht Norderstedt bereits zweimal wegen Betrugs verurteilt worden. Zum einen hatte sie eine Reise für vier Personen nach Dubai zum Preis von 2300 Euro nicht bezahlt, zum anderen blieb sie den Preis einer Wärmepumpe schuldig. Beide Male kam die Angeklagte mit geringen Geldstrafen davon. Ihren momentanen Schuldenstand bezifferte sie auf etwa 15.000 Euro.

Ihre finanzielle Schieflage wird sich in absehbarer Zeit eher noch verschlechtern, denn das Amtsgericht Norderstedt verurteilte die Hausfrau wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung zu einer Geldstrafe von 3000 Euro. Immerhin wurde ihr Ratenzahlung zugestanden.