Norderstedt
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Freie Kita-Plätze online auf einen Blick

Obst nach dem Mittagsschlaf: Die sozialpädagogische Assistentin Charlien Synnatzschke hilft Krippenkindern in der Kita Hummelhausen, sich zu stärken

Obst nach dem Mittagsschlaf: Die sozialpädagogische Assistentin Charlien Synnatzschke hilft Krippenkindern in der Kita Hummelhausen, sich zu stärken

Foto: Michael Schick

Stadt beteiligt sich am Kita-Portal. Eltern können im Internet sehen, welche Einrichtung freie Plätze hat. Die Gebühren bleiben stabil.

Norderstedt.  Welche Kita soll es sein? Musisch orientiert, eine Bewegungs- oder Sprach-Kita? Und wo gibt es freie Plätze? Das sind Fragen, auf die Norderstedter Eltern künftig leichter und schneller Antworten finden sollen. Die Stadt beteiligt sich am Kita-Portal Schleswig-Holstein. Dafür hat sich der Jugendhilfeausschuss ausgesprochen. Im Internet bekommen Väter und Mütter unter www.kitaportal-sh.de einen Überblick über die Einrichtungen im Norden (siehe Info-Kasten).

„Wir hatten schon überlegt, ein stadteigenes Online-System zu installieren. Das ist nun nicht mehr nötig“, sagt Sozialdezernentin Anette Reinders. Immerhin 40 Kitas mit mehr als 2600 Plätzen für Kinder bis zu sechs Jahren gibt es in Norderstedt. Bisher müssen die Eltern sich bei der Einrichtung ihrer Wahl anmelden, die meisten entscheiden sich zunächst für mehrere Kitas, um wenigstens in einer sicher einen Platz zu bekommen. „Das ist mit viel Aufwand verbunden“, sagt Reinders. Mit dem neuen Info-System sparen die Eltern Zeit. Familien, die von Hamburg ins nördliche Umland ziehen wollen, können sich am PC, Notebook oder Smartphone einen Überblick verschaffen, welcher Ort welche Kinderbetreuung anbietet.

Torben Wenzel, zuständiger Fachdienstleiter in der Segeberger Kreisverwaltung, wünscht sich mehr Beteiligung: „Das Portal macht nur Sinn, wenn es einen möglichst kompletten Überblick bietet.“ Auch für die Kita-Bedarfsplanung, für die der Kreis verantwortlich zeichnet, seien die Daten nötig. „Dann könnten wir über das Internet-Portal zu den Stichtagen ohne großen Aufwand die Auslastung ermitteln, wüssten, wo Plätze fehlen und nachgesteuert werden muss“, sagt Wenzel. Die Daten aus dem Netz sollen auch Grundlage für die Kreiszuschüsse zu den Betriebskosten werden. Die Kreispolitiker hätten beschlossen, dass das Geld aus der Kreisstadt künftig nur noch fließen soll, wenn die Kita im Online-Portal vertreten ist. Schließlich habe das Land Schleswig-Holstein 500.000 Euro in das Kita-Portal investiert, auch das rechtfertige eine möglichst große Beteiligung.

„Die Kinderbetreuung ist längst zu einem wichtigen Standortfaktor geworden“, sagt Petra Müller-Schönemann (CDU), Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Deswegen habe der Ausschuss auch darauf verzichtet, die Kita-Gebühren zu erhöhen. Das war zumindest eine Option, um das Defizit der freien Träger bei den Betriebskosten auszugleichen. 150.000 Euro stehen da zu Buche, für die Mehrkosten sind unterschiedliche Ursachen verantwortlich.

Das Minus soll laut Beschluss des Jugendhilfeausschusses aus dem städtischen Haushalt gedeckt werden. Damit war der Weg frei, um die neuen Verträge mit den nichtstädtischen Kitas über die Zuschüsse zu den Betriebskosten zu schließen.

„Die Gebühren zu erhöhen, wäre kontraproduktiv. Denn das Bestreben der Landesregierung geht ja im Gegenteil dahin, Kinderbetreuung kostenlos anzubieten“, sagt SPD-Stadtvertreterin Sybille Hahn. Momentan ist Norderstedt mit monatlich 230 Euro für einen Ganztagsplatz konkurrenzlos günstig in der Region (wir berichteten). In Henstedt-Ulzburg zahlen Eltern 343 Euro, in Kaltenkirchen 328, in Ellerau 355, in Tangstedt 610 und im Kreis Pinneberg 444 Euro. Günstiger ist nach Recherchen der Norderstedter Verwaltung nur Neumünster mit 159 Euro für sieben Stunden.

Zudem befassten sich die Politiker im Fachausschuss mit der Frage, ob die Öffnungszeiten der Kitas erweitert und an die veränderten Arbeitszeiten der Eltern angepasst werden können. Die Verwaltung hat in den Vertrag mit den freien Trägern eine Experimentierklausel eingearbeitet, die es den Kitas ermöglicht, flexibel auf die Elternwünsche zu reagieren und neue Angebote zu entwickeln. „Bisher gibt es aber so gut wie keine Anfragen nach Betreuungszeiten vor 6 oder nach 18 Uhr“, sagt Reinders. Einzelner Bedarf werde durch Tagesmütter aufgefangen.