Norderstedt
Ellerau

Schildbürgerstreich: Unerreichbarer Radweg

Elleraus Bürgermeister Eckart Urban auf dem kombinierten Geh- und Radweg an der A-7-Brücke am Kadener Weg, der bis 2019 nicht genutzt werden kann

Elleraus Bürgermeister Eckart Urban auf dem kombinierten Geh- und Radweg an der A-7-Brücke am Kadener Weg, der bis 2019 nicht genutzt werden kann

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Zwischen Ellerau und Alveslohe sorgen Leitplanken dafür, dass Radfahrer auf der Straße und nicht auf dem Fahrradweg fahren müssen.

Ellerau.  Das sieht so richtig nach Schildbürgerstreich aus: Die vor einem Jahr abgerissene Brücke im Verlauf des Kadener Weges, die Ellerau mit Alveslohe und Henstedt-Ulzburg verbindet, ist jetzt verbreitert wieder hergestellt und für den Verkehr freigegeben worden. Und wie von der Gemeinde Eller-au gewünscht, wurde die Brücke mit einem kombinierten Geh- und Radweg versehen. Doch dieser Geh- und Radweg ist mit Leitplanken so geschützt, dass kein Radfahrer ihn erreichen kann. Fahrradfahrer müssen stattdessen auf der Fahrbahn radeln, um über die enge Brücke zu gelangen. Es sei denn, sie schultern ihr Rad und klettern über eine „Doppelhürde“.

Frühestens in drei Jahren würde sich daran etwas ändern, wenn der gesamte Radweg auf der Kreisstraße 24 gebaut werde, vertröstete jetzt die Kreisverwaltung Segeberg den Ellerauer Bürgermeister Eckart Urban, der sich doch sehr über diese „Behördenposse“ wundert.

Christian Merl vom Unternehmen Via Solutions Nord, das für den sechsspurigen Ausbau der Autobahn 7 zuständig ist, der wiederum auch die Brückenerneuerung notwendig machte, sagt dazu: „Das sieht doof aus. Aber es ist Sache des Kreises Segeberg. Wir müssen strikt nach Planfeststellung bauen.“ Und aus Gründen der Verkehrssicherheit dürften die Leitplanken nicht unmittelbar vor einer Brücke enden, sondern müssten den Straßenabhang so weit absichern, dass es nicht möglich sei, dass ein Fahrzeug vor der Brücke von der Fahrbahn abkommt und womöglich auf die Autobahn stürzt.

Die Kreisverwaltung in Bad Segeberg sieht sich allerdings zu keinerlei Eile gedrängt. Der etwa drei Kilometer lange Radweg von der Dorfstraße in Ellerau bis zur Kadener Chaussee in Henstedt-Ulzburg werde erst im kommenden Jahr geplant und könne frühestens Ende 2018 fertiggestellt werden, sagt Frank Hartmann, Planungschef in der Kreisverwaltung, und er fügt hinzu: „Und selbst das ist ein sportlicher Termin.“

Eine Fertigstellung im Jahr 2019 sei realistischer; solange müssten die Radfahrer sich eben gedulden. Der Radweg auf der Brücke könne eben erst dann benutzt werden, wenn der Radweg auch im weiteren Straßenverlauf hergestellt sei. Dazu müsse die Böschung verbreitert werden, und auch Grundstückskäufe seien nötig. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Bereich für Radfahrer nicht nutzbar.“

Die Gemeinde Ellerau ist schon seit Längerem daran interessiert, einen Radweg auf der K 24 zu realisieren. Jahrelang lehnte die Verwaltung es allerdings ab, ihn zu bauen, weil die Kosten zu hoch seien. Dann startete Bürgermeister Urban erneut eine Initiative, als es hieß, die A-7-Brücke müsse erneuert werden. Doch auch dann gab die Verwaltung erst grünes Licht, als Eller-au sich verpflichtete, zwei Drittel der Baukosten von etwa 400.000 Euro nur für den Brückenbereich zu übernehmen, weil sich Alveslohe und Hen­stedt-Ulzburg nicht beteiligen wollten. Und nun ist der Radweg auf der Brücke fertig, kann aber nicht genutzt werden.

Bürgermeister Urban schlägt nun vor, die Leitplanke auf beiden Seiten der Brücken zu öffnen, damit Radfahrer im geschützten Bereich die Brücke überqueren könnten. Doch ob das die Behörden als Übergangslösung erlauben werden, ist fraglich.