Norderstedt
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Ersteigern Sie, was andere verloren haben

Viele Fundsachen werden nie in Fundbüros abgeholt (Symbolbild)

Viele Fundsachen werden nie in Fundbüros abgeholt (Symbolbild)

Foto: Arnaud Dumontier / picture alliance / dpa

Das Fundbüro der Stadt Norderstedt versteigert all das, was die Bürger im Stadtgebiet liegen lassen und nicht wieder abholen.

Norderstedt.  Es gab ja schon recht merkwürdige Dinge in der Vergangenheit, die bei der jährlichen Fundsachversteigerung der Stadt Norderstedt unter den Hammer kamen. Erinnert sei nur an die zusammenklappbare Massageliege samt Schröpfglas-Kollektion aus dem Jahr 2012.

Doch in der Regel lassen die Norderstedter in den U-Bahnen, im Bus, im Park oder mitten auf der Straße ganz alltägliche Sachen liegen – entweder aus Versehen oder manchmal auch mit voller Absicht: Fahrräder, Fahrräder und noch mal Fahrräder. Und natürlich Handys, neuerdings vornehmlich Smartphones. Seltener sind Uhren oder Schmuck. Ganz im Gegenteil zu Taschen, Rucksäcken und Schirmen, die inflationär anfallen.

Am Mittwoch, 12. Oktober, öffnen sich wieder um 14.30 Uhr die Tore der Tiefgarage unter dem Norderstedter Rathaus (Zugang über die Straße Alter Heidberg, neben der Volkshochschule). Dann kann besichtigt werden, was im Ordnungsamt im vergangenen Jahr an Fundsachen auflief, gesetzlich vorgeschriebene sechs Monate lagerte, nicht abgeholt wurde und jetzt versteigert werden darf. Soviel vorweg: Es ist dieses Jahr längst nicht so üppig wie in manchem Vorjahr.

Exakt 46 Positionen sind auf der Liste des Auktionators Andreas Finster vom Ordnungsamt Norderstedt. Und 38 davon sind Fahrräder. Damenräder, Herrenräder, Kinder- und Jugendräder, Trekkingräder, Klappräder und Mountainbikes. Alle in mehr oder weniger gutem Zustand – und fahrbereit. Sie wurden im Stadtgebiet angeschlossen zurückgelassen, in Gebüschen entsorgt oder sie lagen sonst wo herum und wurden von netten Bürgern abgegeben. Das schillerndste Zweirad ist vielleicht ein E-Bike – wer verliert sowas oder lässt es einfach stehen?

Ansonsten werden nach dem Prinzip der englischen Versteigerung an das Höchstgebot vergeben: Ein paar Smartphones, Uhren, die im Arriba liegen geblieben sind und eine Tasche und ein Rucksack.

Übrigens: Finder sind verpflichtet, den Fund anzuzeigen. Kennt er diesen nicht und hat der Fund einen Wert von mehr als 10 Euro, muss er den Fund bei der Behörde anzeigen. Wenn sich der Verlierer findet, erwartet den Finder ein Finderlohn. Er beträgt bei Sachen im Wert von bis zu 500 Euro genau 5 Prozent, darüber 3 Prozent und bei Tieren auch 3 Prozent. Jawohl: Wer eine Katze „findet“, erhält drei Prozent des Katzenwerts als Lohn.

Fundsachenversteigerung der Stadt Norderstedt, Mittwoch, 12. Oktober, 14.30 Uhr (Besichtigung), 15 Uhr Auktion.