Norderstedt
Itzstedt

Bürgerbegehren zu Juhls Gasthof gestoppt

 Peter Tanner (66), ihm und seiner Lebensgefährtin Gertraud Juhls gehört das Areal, sie führen den Gasthof seit 1993 (in vierter Generation), wollen nun aber aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhören

Peter Tanner (66), ihm und seiner Lebensgefährtin Gertraud Juhls gehört das Areal, sie führen den Gasthof seit 1993 (in vierter Generation), wollen nun aber aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhören

Foto: Christopher Herbst / HA

Betrieb des Gasthofes nicht rentabel. Neuer Versuch für Begehren birgt ein Risiko: das Areal könnte anderweitig verkauft werden.

Itzstedt.  Das Bürgerbegehren gegen den Kauf von Juhls Gasthof und der umliegenden Grundstücke durch die Gemeinde Itzstedt ist gestoppt worden. Wie die Initiatoren Heiko Ehwald, Michael Hahn und Hartmut Imhäuser – jeweils Mandatsträger der Wählergemeinschaft UBI – mitteilen, mussten sie diese Entscheidung treffen. So habe es in der letzten Woche ein Treffen der vier Fraktionsvorsitzenden im Ort (UBI, CDU, SPD, FDP) mit einem Wirtschaftsprüfer gegeben. Der Experte sagte, dass der Betrieb des Gasthofs nicht rentabel sei. „Die Ertragsseite liegt bei Null“, so Heiko Ehwald. Deswegen müsse der Unterschriftensammlung zwingend eine Kostenübersicht beiliegen, die von der Amtsverwaltung erstellt werden müsse.

Das bedeutet allerdings: Sämtliche bisher geleisteten Unterschriften sind ungültig und müssen neu geleistet werden, was auch die Kommunalaufsicht bestätigt. Die Frist von sechs Monaten für das Begehren würde dann neu beginnen. Um einen Bürgerentscheid zum Kauf des Gasthofs herbeizuführen, müssen zehn Prozent der Wahlberechtigten, also rund 200 Personen, zustimmen. „Die Unterschriftensammlung wurde sehr gut angenommen. Viele Bürger sehen die Notwendigkeit, basisdemokratisch über den Kauf von Juhls Gasthof abzustimmen“, sagt Heiko Ehwald.

Gasthof und Grundstück sollen 1,06 Millionen Euro kosten

Wie berichtet, stehen der Gasthof, eine Wohnung, eine Scheune, der Bolz- und Spielplatz, das Gelände des Schützenhauses mit Trainingsplatz sowie ein privater Weg zum Verkauf – ein Gutachter ermittelte einen Wert von 1,06 Millionen Euro. In der Gemeindevertretung fassten CDU, SPD und FDP einen Mehrheitsbeschluss für den Kauf, die UBI will dies verhindern, weil sie Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens hat. Die Befürworter des Kaufs wollen den Gasthof erhalten, weil sie befürchten, dass ein anderer Investor die Grundstücke für Wohnungsbau nutzen würde.

Diese Möglichkeit besteht weiterhin. „Eine Verzögerung des Bürgerbegehrens ist ein Risiko“, sagt Helmut Thran von der SPD, „es könnte sich ein privater Käufer finden.“ Und wenn nicht, könnten sich immer noch die Zinsen erhöhen. Andererseits: Dass das Begehren Erfolg hat, davon gehen selbst dessen Gegner aus. Und ein Bürgerentscheid würde höchstwahrscheinlich am 7. Mai 2017, also am Tag der Landtagswahl, stattfinden. Das Vorkaufsrecht der Gemeinde ist bis dahin außer Kraft, sodass das Juhls-Areal jederzeit anderweitig veräußert werden könnte.