Norderstedt
Verkehr

Die Stadt Norderstedt erhebt Parkgebühren

Das Parken auf der Rathausallee vor dem Rathaus kostet derzeit nichts – aber vielleicht bald einen Euro die Stunde In der Tiefgarage unter dem Rathaus ist Parken kostenlos

Das Parken auf der Rathausallee vor dem Rathaus kostet derzeit nichts – aber vielleicht bald einen Euro die Stunde In der Tiefgarage unter dem Rathaus ist Parken kostenlos

Foto: Andreas Burgmayer / HA

Stimmt die Politik einem Konzept der Stadtverwaltung zu, ist es Mitte 2017 vorbei mit kostenlosem Parken in der Innenstadt.

Norderstedt.  Noch ist Norderstedt eine nahezu Parkgebühr-freie Zone, inklusive kostenloser Parkgaragen und Park-and-Ride-Anlagen in Innenstadtlage. Doch das könnte vielleicht schon ab dem kommenden Jahr Geschichte sein – wenn die Kommunalpolitik dem Konzept zur Parkraumbewirtschaftung zustimmt, das die Stadtverwaltung nun vorgelegt hat.

Beauftragt von der Politik haben die Beamten im Amt für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr das Konzept erarbeitet. Wenn es so umgesetzt wird, dann bezahlen Parker in den P+R-Anlagen und auf den P+R-Parkplätzen künftig 2 Euro am Tag (10 Euro die Woche, 40 Euro im Monat). In einigen Straßenzügen der Stadt wird für das Parken am Straßenrand 1 Euro pro Stunde fällig. Im übrigen Stadtgebiet gilt eine Parkscheibenregelung, die das Parken für eine oder zwei Stunden erlaubt – wer die Scheibe nicht benutzt oder über der Zeit ist, dem droht ein Knöllchen. Gelten sollen die Gebühren täglich von 6 bis 20 Uhr, ausgenommen von der Regelung werden Sonn- und Feiertage.

60 Parkautomaten und zwei Knöllchen-Verteiler

Konzepte für das kostenpflichtige Parken in Norderstedt gab es in den letzten 20 Jahre viele. Doch sie scheiterten alle – zu teuer in Anschaffung und Bewirtschaftung, uneinheitlich in der Preisgestaltung. Außerdem wurden immer Verdrängungseffekte in die Wohngebiete befürchtet. Das flächendeckende Einrichten von Bewohnerparkzonen ist rechtlich aber nicht umsetzbar.

Das nun vorgelegte Konzept ist laut Stadt rechtssicher. Es kommt völlig ohne Schranken und Videoüberwachung aus, setzt komplett auf unkomplizierte Gebührenautomaten, die sich ohne große Umbaukosten auch in den Tiefgaragen schnell umsetzen ließen.

Etwa 600.000 Euro an Gebühren pro Jahr sind drin

Konkret sieht das Konzept vor, dass im kompletten Stadtgebiet 60 Gebührenautomaten aufgestellt werden. Sie kosten etwa 400.000 Euro. Dazu kommen Schilder (180.000 Euro), Tiefbauarbeiten (100.000 Euro), Hausanschlüsse der Stadtwerke (40.000 Euro) und insgesamt 630.000 Euro an Kosten für Renovierungen in den P+R-Anlagen (Anstrich, Beleuchtung, Markierungen). Die Gesamtinvestitionen liegen danach bei 1,35 Millionen Euro.

Auf der Haben-Seite erwartet die Stadt einen jährlichen Gewinn von etwa 350.000 Euro – die Kosten für die Wartung, die Entnahme des Geldes aus den Automaten, Versicherung, Parkscheine und Strom sind da schon abgezogen. Brutto läge das Parkgebühren-Aufkommen bei etwa 600.000 Euro jährlich.

Natürlich müsste die Stadt in diesem Konzept auch laufend den ruhenden Verkehr überwachen und darauf achten, dass Parkscheine gezogen und Parkscheiben benutzt werden. Kalkuliert wird mit zwei Außendienstmitarbeitern und einem im Innendienst. 125.000 Euro würden die im Jahr kosten. Finanzieren sollen sie sich über die Knöllchen-Einnahmen in jährlich gleicher Höhe. Wenn alle Parameter in der Realität auch so zutreffen, dann würden sich die Gesamtinvestitionen innerhalb von vier Jahren amortisieren – und die Stadt würde von da an jedes Jahr eine stattliche Summe verdienen. Ein weiterer Aspekt der Bewirtschaftung der Parkflächen ist der befürchtete „Parkdruck“ aus Hamburg. Norderstedt möchte mit den Parkgebühren verhindern, dass Pendler die kostenpflichtigen P+R-Parkplätze im Hamburger Rand meiden und stattdessen im Norderstedter Stadtgebiet parken.

Auch das Parken am Stadtpark soll bald kosten

Das Konzept, das nun der Kommunalpolitik zur Diskussion vorgelegt wird, legt detailliert die Bereiche der Stadt fest, in denen die Gebühren gelten sollen. Zum einen die P+R-Regelung (2 Euro pro Tag, 10 Euro pro Woche, 40 Euro pro Monat), das Parken am Straßenrand (1 Euro je Stunde) und die Parkscheibenregelung.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr berät das Konzept während seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 6. Oktober, von 18.15 Uhr an im Sitzungsraum 2 des Rathauses. Stimmt die Politik zu, wäre die Umsetzung bis Mitte 2017 möglich.