Norderstedt

Ende der „Stolperfalle“: Sanierung am Rathaus geplant

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Michael Schick
Das unebene Kopfsteinpflaster auf dem zentralen Platz vor dem Rathaus soll bei der Neugestaltung von Norderstedt-Mitte beseitigt werden

Das unebene Kopfsteinpflaster auf dem zentralen Platz vor dem Rathaus soll bei der Neugestaltung von Norderstedt-Mitte beseitigt werden

Foto: Andreas Burgmayer / HA

Die Stadt Norderstedt will nicht nur den Rathausplatz neu gestalten, sondern auch die Rathausallee. Bürger werden beteiligt.

Norderstedt.  „Warum stellen Sie keine Stühle auf den Platz und erweitern so die Terrasse?“ Diese Frage bekam Rajas Thiele, Chef des Brauhauses Hopfenliebe, in den vergangenen Wochen mehrfach zu hören. Der Platz vor dem Restaurant war voll besetzt, der große Rathausmarkt daneben lag verwaist da. Doch Thiele kann seine Außenfläche nicht einfach erweitern. Zum einen ist der Platz öffentliche Fläche, und da braucht er eine Genehmigung. Zum anderen verhindert das Holperpflaster den Gastro-Betrieb. Seit Jahren fordern Bürger mit dem Seniorenbeirat an der Spitze, dass die Stolpersteine mit den tiefen Furchen dazwischen geglättet werden – bisher vergeblich.

Nicht nur Gastronom Thiele sieht die Chance, den Platz und damit den gesamten Bereich entlang der Rathausallee mit Leben zu füllen: „Wenn der Untergrund das zulässt, könnte es dort ein vielfältiges gastronomisches Angebot geben“, sagt er. Kuchen von Bäcker Beeken gegenüber, Eis von Alberto, Mediterranes vom Portugiesen oder Mexikanisches vom „Burrito“ – ein Hauch südländisches Flair könnte im Sommer im Herzen von Norderstedt-Mitte zu spüren sein. Das ist eine Vision, die auch Christian Behrendt gut gefällt: „Ein solches Gastro- und Aufenthaltsangebot würde dem gesamten Stadtteil gut tun“, sagt der Quartiersmanager von Norderstedt-Mitte. Das wünschten sich auch viele Bürger, wie eine Umfrage ergeben habe, an der sich 100 Männer und Frauen beteiligt hatten. „Es wurde immer wieder der Wunsch geäußert, den Belag des Rathausplatzes zu erneuern und den Platz attraktiver zu gestalten“, sagt Behrendt. Bei der Frage nach den Geschäften, die am meisten vermisst werden, stand mehr gastronomische Vielfalt ganz oben auf dem Wunschzettel, außerdem eine große Drogerie, ein Schuhgeschäft, ein Schlachter, ein Fischhändler, Herren- und Kinderbekleidung.

Obwohl der holprige Rathausplatz und dessen Umgestaltung seit Jahren wichtiges Gesprächsthema bei den Norderstedtern ist, liegt das Kopfsteinpflaster nahezu unverändert da. Die Folgen zeigen sich besonders an den Markttagen, wenn Männer und Frauen ihre Rollatoren mühselig vorwärts schieben und auch so mancher mobile Mensch schon mal umknickt. Es gab Probepflasterungen, doch die wurden nicht für gut befunden.

Nun plant die Verwaltung den großen Wurf, will nicht nur den Rathausmarkt sanieren, sondern auch die Rathausallee umgestalten. „Es macht keinen Sinn, Millionen für einen neuen Platz auszugeben und die Umgebung zu lassen, wie sie ist“, sagt Baudezernent Thomas Bosse. Norderstedt-Mitte sei nun auch schon fast 40 Jahre alt, und was damals aus Sicht der Stadtplaner sinnvoll war, habe an Gültigkeit eingebüßt. So trenne die Moorbekbrücke die Moorbek-Passage vom Rathausbereich. Norderstedt wandle sich zur Fahrrad-Stadt, die Radler sollen künftig auf der Fahrbahn fahren. Dafür sollen Schutzstreifen eingerichtet und die Mittelinsel schmaler werden, wobei die Bäume bleiben sollen. Möglicherweise werde die Straße auch zum Shared Space, einem Raum, den Fußgänger, Autofahrer und Radfahrer gleichberechtigt nutzen.

„Wir wollen die Bürger in einem umfassenden Planungsprozess beteiligen, ihre Wünsche und Ideen sammeln und so weit wie möglich einfließen lassen“, sagt Bosse. Die Diskussion um die Zukunft von Norderstedts Mitte soll Anfang 2017 beginnen.

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