Norderstedt
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Theaterpremiere: eine blutige Angelegenheit

Nichts für schwache Nerven: Larissa Scharbert als Ella und Calvin Mihm als Mike bei den Proben zu „Schatten der Dunkelheit“

Nichts für schwache Nerven: Larissa Scharbert als Ella und Calvin Mihm als Mike bei den Proben zu „Schatten der Dunkelheit“

Foto: Heike Linde-Lembke

Das Norderstedter Theater Pur legt das Horror-Drama „Im Schatten der Dunkelheit“ wieder auf. Am Freitag ist Premiere.

Norderstedt.  Voller Genuss schlägt Ella ihre weißen Zähne in Mikes schlanken Hals. Blut quillt hervor. Mike wehrt sich verzweifelt gegen Ella und ihren gewaltigen Hunger auf Blut. Vergeblich. Mit eisernem Griff in seinen Haaren zieht die Blutsaugerin seinen Kopf ins Genick, um besser an das zu kommen, was sie am liebsten mag – Blut.

Ella und Mike sind Larissa Scharbert und Calvin Mihm vom Theater Pur, und sie proben derzeit eifrig für ihr neustes Stück „Im Schatten der Dunkelheit“, das am Freitag, 23. September, Premiere im Festsaal am Falkenberg hat. Noch ist allerdings nicht so richtig klar, aus welchem Winkel Friedemann Müller als Basti die Pistole ansetzen muss, um dem bösen Onkel, den Markus Wellmann spielt, den Garaus zu machen. Irgendwie erledigt er das aber, sehr zum Ärger von Banden-Boss Sonny, den Julian Hermeneit gibt. Denn für den bedeuten Leichen nur zusätzlichen Ärger.

Hermeneits mafiöse Proll-Ansätze gefallen indes Regisseur Bernd Meissner gut, bringen sie einen tragisch-komischen Dreh ins Stück. Ohnehin ist „Im Schatten der Dunkelheit“ nicht irgendein Horror-Trip. Es ist Bernd Meissners Erstling als Autor von Theaterstücken. „Ich habe vor einem Jahr für Halloween nichts Spannendes gefunden, da habe ich selbst eine Geschichte geschrieben“, sagt Meißner, der als Schauspieler schon als untoter Michael Jackson für Begeisterung sorgte und den Horror liebt.

„Das Stück ist mit Bühnenbild und Inszenierung so aufwendig, und wir haben es so wenig gespielt, dass wir uns entschlossen, es wieder auf die Bühne zu bringen“, sagt Meissner. Er will aber nicht nur gut mit gelauntem Gruseln unterhalten, sondern thematisiert die Pubertäts-Problematik und zeigt, warum manchmal etwas so richtig schiefläuft. Seine Mit-Akteure, die fast alle ihre Rollen wieder übernommen haben, sind begeistert, und das Publikum war es bei den vorigen Aufführungen auch.

Nun also die Wiederaufnahme. Max wird von einer Jugendbande gemobbt. Nur Ella hält zu ihm. Doch wer ist dieses Mädchen, warum geht sie nur nach Einbruch der Dunkelheit auf die Straße?

Aufführungen: Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September, 19 Uhr, Festsaal am Falkenberg, Langenharmer Weg 90. Karten zu 7,50 Euro gibt es im Vorverkauf, unter Tel. 040/60 94 17 57 und an der Abendkasse.