Norderstedt

Notebooks für bedürftige Menschen gesucht

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Christopher Herbst
Die Programmiererin Caroline Drossel kümmert sich um die Aufbereitung der gespendeten Notebooks

Die Programmiererin Caroline Drossel kümmert sich um die Aufbereitung der gespendeten Notebooks

Foto: Christopher Herbst / HA

Beim Deutschen Roten Kreuz werden tragbare Computer aufbereitet und einem guten Zweck zugeführt. Privatpersonen können Geräte spenden.

Norderstedt.  Jeder Mensch hat sie im Schrank, in der Schublade oder auf dem Dachboden herumliegen – alte elektronische Geräte, die eigentlich noch tadellos funktionieren, aber vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß sind. Zum Beispiel Notebooks. Was also tun? Die bei Neuanschaffung teuren tragbaren Computer so einfach als Elektromüll auf dem Recyclinghof entsorgen, machen die Wenigsten – da bleiben die Rechner eher im Regal und verstauben. Zumal ja auch noch die eine oder andere Datei mit privaten Infos auf der Festplatte schlummert.

Die aufbereiteten Computer laufen mit dem Linux-System

Das Deutsche Rote Kreuz in Norderstedt spricht nun genau diese Besitzer an. Funktionierende Laptops können gespendet werden, diese werden bereinigt, mit neuen Programmen bespielt und dann einem gutem Zweck zugeführt – nämlich als Spende an Bedürftige, an Flüchtlinge oder einfach an Personen, denen auch Second-Hand-Ware ausreicht.

Auf die Idee kam Caroline Drossel. Die gelernte Programmiererin engagiert sich seit drei Jahren im PCafé des DRK. Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die im Umgang mit Computern nicht geübt sind und die daher möglicherweise Berührungsängste haben. 23 Mitarbeiter hat das PCafé.

Drossel garantiert, dass auf den Festplatten der alten Notebooks nichts zurückbleibt. Mit einem Spezialprogramm startet sie das System und überschreibt alle Sektoren – egal welche versteckten Daten irgendwo sein mögen, sie werden getilgt. „Für eine 60-Gigabyte-Festplatte brauche ich drei Stunden“, sagt die Fachfrau. Anschließend folgt die Software. Das handelsübliche Windows zu installieren, ist nicht möglich – denn dann müsste das Rote Kreuz Lizenzgebühren zahlen.

Die Alternative heißt Linux Mint und ist bedienerfreundlich. Hinzu kommen das Libre-Office-Paket, der Firefox-Browser und ein E-Mail-Programm. Nur eines kann Caroline Drossel nicht leisten, nämlich die Hardware zu reparieren. Und die Notebooks sollten nicht uralt sein, also wenigstens einen Gigabyte Arbeitsspeicher eingebaut haben.

Zunächst hatte das DRK gedacht, es wäre am besten, sich an Norderstedter Unternehmen zu wenden, ob diese in ihren Büros nicht mehr benötigte Notebooks hätten. „Auf unseren Aufruf hin haben wir aber von vielen Firmen gehört, dass sie ihre Geräte nur geleast haben“, sagt Caroline Drossel. Deswegen wende man sich nun insbesondere an Privatpersonen. Wer etwas spendet, kann sogar einen Beitrag zur Integration leisten. Flüchtlinge, die Integrationskurse besuchen oder solche, die schon vorher die deutsche Sprache lernen wollen, könnten so in ihren Unterkünften selbstständig weiterlernen. „Da gibt es einen großen Bedarf“, sagt Drossel. „Von den Volkshochschulen gibt es da zum Beispiel kostenlose Online-Programme.“

Geräte können immer dienstags abgegeben werden

Dazu hätten es die Asylbewerber auch leichter, per Mail oder Skype mit Angehörigen aus der Heimat zu kommunizieren oder sich zu informieren – im Optimalfall würden sich mehrere Personen ein Notebook teilen. Fast 30 Geräte konnten bereits verteilt werden. Wer etwas spenden möchte, kann immer dienstags zwischen 9.30 und 12.30 Uhr beim DRK am Kielortring 51 vorbeikommen. Alternativ sind die Mitarbeiter telefonisch unter 040/32 04 94 00 oder per E-Mail an pcafe@wtnet.de erreichbar.

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