Norderstedt
Bad Segeberg

Lärmschutz für Container im Levo-Park fehlt

Für einen Teil der Flüchtlingsunterkunft im Levo-Park Bad Segeberg gab es keine Baugenehmigung

Für einen Teil der Flüchtlingsunterkunft im Levo-Park Bad Segeberg gab es keine Baugenehmigung

Foto: Helge Buttkereit

Baugenehmigung für einen Teil der Asylunterkunft lag nicht vor, trotzdem wurden Container aufgestellt. Lärmschutz ist nicht geklärt.

Bad Segeberg.  Ein Teil der Landesunterkunft für Flüchtlinge im Levo-Park bei Bad Segeberg wurde ohne Baugenehmigung, also quasi „schwarz“, gebaut. Das berichten die „Lübecker Nachrichten“. Demnach sei der Lärmschutz für 264 Container nicht sichergestellt worden – betroffen ist diejenige Fläche der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Bundeswehrkaserne, die an die Autobahn 21 grenzt. Früher befand sich dort ein Sportplatz für die stationierten Soldaten.

Das Land als Bauherr hat den Bauantrag nun zurückgezogen, dieser soll neu gestellt werden unter Berücksichtigung der Lärmimmissionen und entsprechender Maßnahmen. Zuständig ist das Finanzministerium, wo von einer Genehmigung ausgegangen wird.

In den „LN“ weist der Kreis Segeberg – die Genehmigungsbehörde – die Schuld für die vermutlich kostspielige Panne von sich. Das Land müsse ein Lärmschutzgutachten erstellen. Zudem sei die zuständige GMSH (Gebäudemanagement Schleswig-Holstein) nicht auf Hinweise der Kreisverwaltung angewiesen. Ansprechpartner sei das Innenministerium gewesen.

Die 264 nicht genehmigten Container sollen laut Kreis nicht zurückgebaut werden. Ein zweites Feld im Levo-Park ist hingegen voll funktionsfähig und wird schrittweise bezogen – ab dem 19. September sollen hier 600 Flüchtlinge leben, die Ersten kamen vor zwei Wochen.

Nicht mehr als 600 Flüchtlinge in Levo-Park

Der Standort ist Kern einer Kooperation zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Hansestadt Hamburg. Denn sämtliche Asylbewerber, die nach Bad Segeberg kommen, gehören eigentlich zum Kontingent Hamburgs. Im Frühjahr hatten Innenminister Stefan Studt und Innensenator Andy Grote (beide SPD) Einigkeit über die Zusammenarbeit erzielt. Erst war von bis zu 1500 Bewohnern die Rede, aktuell gilt 600 als Richtwert, wobei die restlichen Container als Reserve bereitstehen sollen, falls die Flüchtlingszahlen wieder deutlich ansteigen. Grundsätzlich schickt Hamburg nur Neuankömmlinge nach Bad Segeberg, also kurz nach deren Registrierung in der Erstaufnahme im Stadtteil Rahlstedt. In der Regel handelt es sich um Personen mit komplizierten Asylverfahren. Länger als sechs Monate soll indes niemand bleiben.

Die Unterkunft hatte ihren Betrieb nur mit großer Verzögerung aufnehmen können. Einer der Gründe war, dass die Arbeiten an der Infrastruktur vor Ort länger dauerten. Gemäß der Vereinbarung übernimmt Hamburg die Kosten. In welcher Höhe allerdings, darüber schweigen alle Beteiligten.