Norderstedt
Handwerk

Sehr begehrt: Seemannskisten aus Hasenmoor

Foto: Fenya Hentsch / HA

Ehemaliger Banker Reinhold Fischer kann sich vor Aufträgen kaum retten. Etwa 1000 Kisten hat der 65-Jährige bereits gebaut und bemalt.

Hasenmoor.  Sich im Rentenalter bequem zurücksetzen und den Tag mit Bingo oder Golf verbringen? Nicht mit Reinhold Fischer. Ihn trifft man für gewöhnlich in seiner kleinen Werkstatt an. Dort baut der 65-Jährige aus Hasenmoor Seemannskisten. Das Holz dazu bekommt er geschenkt, er nimmt es aus alten Paletten, Schränken oder auch mal aus einer ausgedienten Sauna. Und dieses Holz wird dann verarbeitet – und zwar nicht für den heimischen Kamin.

Fischer ist selbst nie zur See gefahren

Reinhold Fischer baut aus dem Holz Seemannskisten und bemalt sie. Hauptsächlich zeichnet er Schiffe und maritime Motive, allerdings finden sich auch Bilder von Pippi Langstrumpf oder der kleine Prinz auf seinen Werken. Jede Kiste ist ein Unikat, jede ist wetterfest. Ob Regen, Schnee oder auch Salzwasser, seine Arbeiten überstehen alles. Das überzeugt die Kunden, und so kommt Reinhold Fischer mit dem Bauen kaum hinterher. Er stellt schließlich nicht nur Seemannskisten her, sondern baut und bemalt auch Schilder, Schränke, Kommoden und vieles mehr. „Alles was möglich ist, wird auch möglich gemacht“ lautet sein Motto.

Obwohl Reinhold Fischer selbst nie zur See gefahren ist, haben ihn Schiffe immer fasziniert, zu jedem Schiff, das er gestaltet, kennt er die Geschichte. Das Malen hat er sich übrigens selbst beigebracht. Und das Geschäft läuft gut. Ungefähr 1000 Kisten hat Reinhold Fischer schon verkauft. Aufträge kommen aus ganz Deutschland, teilweise auch aus dem Ausland. Zudem bekommt er etwa zweimal pro Jahr Großbestellungen von Firmen wie beispielsweise der Lufthansa. Auch wenn es dabei nicht immer um Seemannskisten geht. Zweimal pro Monat liefert er kleine Schatztruhen an einen Kindergarten. Dort bekommt jedes Kind eine zum Geburtstag, die von den Mädchen und Jungen ausgegraben werden müssen. Für eine solche Kiste benötig er ungefähr eine Woche, aufgrund der Lackierung, die immer in Etappen erfolgt. Für das Zusammenbauen benötigt er dagegen manchmal nur einen Abend.

Feste Arbeitszeiten gibt es bei Reinhold Fischer nicht. Manchmal ist er bis abends um 23 Uhr noch in seiner Werkstatt. Der frühere Banker betont. „Seemannskisten zu bauen, das ist nicht mein Beruf oder mein Hobby, sondern meine Berufung.“ Davon kann er auch ganz gut leben. Eine kleine Schatzkiste kostet meist weniger als 100 Euro, die großen Seemannskisten dagegen um die 300 Euro. Natürlich kommt es beim Preis auf die Größe, die Komplexität und auch auf das Bild an.

Fischers Enkel zeigt Interesse an Opas Werkstatt

Häufig ist Reinhold Fischer auf Märkten oder größeren Festen unterwegs, um seine Produkte anzubieten. In letzter Zeit kommt er allerdings kaum noch dazu – der Hasenmoorer hat einfach zu viel zu tun. Zeit für Urlaub bleibt da nicht wirklich, seine Arbeiten sind eben sehr gefragt. Besonders vor Weihnachten kommen viele Aufträge rein. Was Reinhold Fischer besonders freut: Sein Enkel zeigt bereits großes Interesse an Opas Werkstatt. Vielleicht, so der 65-Jährige, wird er einmal in seine Fußstapfen treten.

Kontakt und weitere Informationen im Internet auf der Seite www.exklusive-seemannskisten.de, unter Telefon 0172/437 51 18 oder per E-Mail an ofischi@gmx.de.