Norderstedt
FUSSBALL

Für diese Norderstedter ist der DFB-Pokal kein Neuland

Verteidiger Jan-Philipp Rose (30) spielte 2006 mit dem BV Cloppenburg gegen den 1. FC Nürnberg, unterlag dem späteren DFB-Pokal-Gewinner mit 0:1

Verteidiger Jan-Philipp Rose (30) spielte 2006 mit dem BV Cloppenburg gegen den 1. FC Nürnberg, unterlag dem späteren DFB-Pokal-Gewinner mit 0:1

Foto: Anne Pamperin

Vier Spieler, der Chefcoach und der Assistenztrainer von Eintracht Norderstedt haben bereits viele Erfahrungen im DFB-Pokal sammeln können.

Norderstedt.  In Sachen DFB-Pokal ist Thomas Seeliger ein Experte. Der 49 Jahre alte Trainer der Regionalliga-Fußballer von Eintracht Norderstedt, die am Sonntag (15.30 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion) in der ersten Runde Zweitligist SpVgg Greuther Fürth empfangen, hat beste Erinnerungen an den nationalen Cupwettbewerb. 1995 erreichte er als Spieler mit dem VfL Wolfsburg das Finale. Vor 75.717 Zuschauern unterlagen die Niedersachsen im Berliner Olympiastadion Borussia Mönchengladbach mit 0:3.

Thomas Seeliger schoss 1995 die Bayern aus dem Pokal

Nur knapp drei Monate später das nächste Highlight: Seeliger, nun bei Fortuna Düsseldorf, schaltete mit seinem neuen Club in der zweiten Runde den von Otto Rehhagel gecoachten FC Bayern München aus, bereitete beim 3:1 zwei Tore vor, erzielte den letzten Treffer selbst. Im Team der Bayern: Stars wie Oliver Kahn, Jürgen Klinsmann, Mehmet Scholl, Andreas Herzog, Ciriaco Sforza, Thomas Helmer, Markus Babbel und Jean-Pierre Papin.

Doch nicht nur Seeliger hat bereits Erfahrungen im DFB-Pokal gesammelt. Assistenz-Trainer Stefan Siedschlag sowie die Spieler Johannes Höcker, Marin Mandic, Deran Toksöz und Jan Philipp Rose kickten ebenfalls bereits auf der großen Fußballbühne. Höcker unterlag mit Anker Wismar Erstligist Hannover 96 am 31. Juli 2011 glatt mit 0:6, Mandic kassierte mit dem FC Oberneuland gegen die Erstligisten TSG 1899 Hoffenheim (0:2 in der Saison 2009/2010) und SC Freiburg (0:1 in der Spielzeit 2010/2011) knappe Niederlagen.

Eintrachts Linksverteidiger Jan-Philipp Rose wurde hingegen mit seinem Team trotz eines 0:1 gegen einen Bundesligisten von höchster Stelle geadelt. Als Sechser hatte er für den Regionalligisten BV Cloppenburg die slowakische Tormaschine Marek Mintal kaltgestellt. Der „Club“ siegte am 9. September 2006 hauchdünn mit 1:0.

„Als Nürnbergs Trainer Hans Meyer nach dem Pokalsieg 2007 gefragt wurde, welcher Gegner der schwierigste gewesen sei, sagte er: BV Cloppenburg. Das machte uns alle sehr stolz. Das Spiel war eine unglaubliche Erfahrung“, sagt Jan-Philipp Rose heute.

Gemische Erlebnisse im DFB-Pokal hatte Stefan Siedschlag zu verarbeiten. Am 31. August 1996 war Frust angesagt. Siedschlag stürmte für Zweitligist VfB Lübeck in der zweiten Runde bei Erstligist MSV Duisburg, vergab in der 88. Minute eine große Chance. In der 113 Minute traf Joachim Hopp für den Favoriten zum schmeichelhaften 1:0. „Wir haben das Spiel gemacht, waren klar besser, und Duisburgs Trainer Friedhelm Funkel meinte hinterher, wir hätten uns nur hinten rein gestellt. Das fand ich unmöglich“, erinnert sich Siedschlag. Im Jahr darauf besiegte Lübeck mit ihm in der Startelf als Drittligist Zweitligist Fortuna Düsseldorf mit 2:1.

Deran Toksöz kam mit Holstein Kiel ins Viertelfinale

Absoluter DFB-Pokalexperte der Eintracht auf dem Feld ist eindeutig Deran Toksöz. 2008 verlor er mit Oberligist FC Bergedorf 85 noch 1:5 gegen Zweitligist MSV Duisburg. Drei Jahre später ging mit Toksöz als Denker und Lenker im zentralen Mittelfeld des Regionalligisten Holstein Kiel aber die Post ab. Die Zweitligisten Energie Cottbus (3:0) und wiederum Duisburg (2:0) wurden aus dem Wettbewerb geworfen. Toksöz verdiente sich Bestnoten. Beim Achtelfinal-Coup gegen Bundesligist 1. FSV Mainz 05 mit Trainer Thomas Tuchel (2:0 am 21. Dezember 2011) saß Toksöz allerdings nur auf der Bank. Bei einem der größten Spiele der Kieler Vereinsgeschichte, dem 0:4 im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund vor 11.386 Zuschauern am 7. Februar 2012, war Toksöz verletzt. Noch immer denkt er gerne an diese Höhepunkte zurück. „Wir glaubten an uns, Fans und Team waren eine absolute Einheit. Es war wirklich krass, was wir damals geleistet haben.“ Bei Toksöz ist es wie beim Trainerteam: Er weiß, wie Pokalsensationen gehen.