Norderstedt
Bad Segeberg

Willkommen in der Segeberger Puppenstube

Katrin und Klaus Lienau zeigen im Museum des Vereins die Sonderschau „Bauen, Basteln, Experimentieren“

Katrin und Klaus Lienau zeigen im Museum des Vereins die Sonderschau „Bauen, Basteln, Experimentieren“

Foto: Sabine Skibbe / HA

Der Kreis hat zahlreiche Attraktionen zu bieten. Das Abendblatt stellt einige vor – heute: das Haus der Sammler in Bad Segeberg.

Bad Segeberg.  Schon wenn man auf das kleine Haus in der Wickelstraße 7 in Bad Segeberg zugeht, kommt man sich vor wie in einer anderen Welt. Wie ein kleines Hexenhäuschen duckt sich das Gebäude in einen traumhaften Garten. Und tritt man durch die kleine Tür, ist man in einer anderen Welt. Das Museum des Sammlervereins Bad Segeberg gleicht einer Puppenstube. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zumeist in Vitrinen sind zahlreiche Puppen aus der Biedermeierzeit bis heute ausgestellt. Manche sitzen in historischen Puppenwagen, andere wurden auf einem Sofa drapiert. Aus Zelluloid, Biskuit- und Spritz-Porzellan bestehen die Puppen ebenso wie aus Pappmaché und Tortulon. Die Köpfe sind auch bisweilen aus Holz, Stoff und Gummi. „Zelluloid ist leicht brennbar, deshalb hat sich die Firma Schildkröt in den 50er-Jahren für Tortulon als robusteren Werkstoff entscheiden“, erzählt Katrin Lienau. Sie ist die Vorsitzende des Sammlervereins, den ihr Mann Klaus und sie 1992 gemeinsam mit sechs anderen Segeberger Bürgern gegründet haben.

Das 1922 erbaute Haus gehörte ursprünglich Klaus Lienaus Großeltern, ist dann in den Besitz der Eheleute Lienau übergegangen, und der Sammlerverein hat es angemietet. 1993 fing der Verein dann mit Ausstellungen, Sonderschauen sowie einer Puppen- und Spielzeugbörse an. Zu sehen sind außerdem Puppenküchen, Kindergeschirr, Kochbücher und ein großer Bereich zum Themenkomplex Bauen, Basteln, Experimentieren. Hier ist Klaus Lienau in seinem Element. Der pensionierte Physiker hat Wissenswertes aus Kosmos-Baukästen aufgebaut, kombiniert Metallbau- und Kunststoffkästen, Fischertechnik mit Märklin. „Das ist nicht nur eine kindliche Angelegenheit, sondern interessiert durchaus auch Erwachsene“, weiß Lienau zu berichten. Für ihn ist es auch wichtig, Kindern und Jugendlichen Spielzeug zu zeigen, das nichts mit dem Computer zu tun hat.

Der Verein hat zwei Hauptziele: Er wendet sich gegen das Wegwerfen und versucht, gewisse Traditionen zu erhalten. Außerdem soll das Sammeln gefördert werden; denn „Sammeln macht schlau“, sind die Lienaus überzeugt. Sie berufen sich auf Psychologen, die Sammeln als ein Rezept gegen mangelnde Konzentration und Motivation bezeichnen. Sammler hätten einen enormen Wortschatz, denn sammeln fördere Wahrnehmung und Gedächtnis.

Wer das Museum besuchen möchte, hat dazu donnerstags von 18 bis 20 Uhr sowie sonntags von 15 bis 18 Uhr Gelegenheit. Andere Termine sind nach Vereinbarung möglich. Gruppen und Schulklassen sollten sich bei Katrin Lienau unter der Telefonnummer 04551/825 59 anmelden.