Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Politiker stimmen für Rewe- Logistikzentrum

Die Supermarkt-Kette will ein Logistikzentrum in Henstedt-Ulzburg errichten

Die Supermarkt-Kette will ein Logistikzentrum in Henstedt-Ulzburg errichten

Foto: Oliver Berg / dpa

400 Menschen sollen künftig in Henstedt-Ulzburg für die Supermarkt-Kette arbeiten. Geplant sind zudem Stellplätze für 850 Autos.

Henstedt-Ulzburg.  Die Ansiedlung eines Rewe-Logistikzentrums am Autobahnzubringer im Gewerbepark wird immer wahrscheinlicher: Im Umwelt- und Planungsausschuss wurde mit großer Mehrheit die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen, um der Rewe-Group den Bau eines Zentralstandortes zu ermöglichen. Nur die Vertreter der WHU stimmten dagegen.

Die Rewe-Group will südlich des Autobahnzubringers ein Auslieferungs- und Umschlaglager mit separater Verwaltung für die Region Nord und ein Schulungszentrum errichten. Bereits im Februar hatte der Finanz- und Wirtschaftsausschuss in geheimer Abstimmung Unterstützung dafür signalisiert, aber erst mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 146 (Gewerbegebiet Große Heidkoppel) hat die Gemeindepolitik das Signal gegeben: „Ja, wir wollen, dass sich Rewe ansiedelt.“

Das dafür zur Verfügung stehende Gelände ist 23,5 Hektar groß – Platz genug für ein 525 Meter langes und 162 Meter breites Gebäude sowie einer Ringstraße für die innerbetriebliche Erschließung. Etwa 400 Mitarbeiter sollen hier eines Tages beschäftigt werden. Außerdem ist eine Stellplatzanlage für 92 Lkw und eine Parkfläche für 850 Pkw vorgesehen. Südwestlich des Geländes soll eine spätere Erweiterung möglich sein.

Mit Spannung wird das Verkehrsgutachten erwartet

Vor einer endgültigen Verabschiedung des Bebauungsplanes – das wird frühestens im Sommer 2017 der Fall sein – müssen zahlreiche Fachgutachten erarbeitet werden. Mit besonderer Spannung wird dabei das Verkehrsgutachten erwartet. Denn Kritiker des Projektes befürchten ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen, das auch den innerörtlichen Bereich und Nachbarorte belasten könnte. Auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung muss vorliegen.

Die WHU hat gegen die Aufstellung eines Bebauungsplanes gestimmt, weil ihrer Ansicht nach zunächst weitere politische Diskussionen über Ziele und Bedingungen geführt werden sollten. Die Fraktion möchte auch geklärt haben, ob sich die Rewe-Group an eventuellen Folgekosten bei auftretenden Verkehrsproblemen beteiligen werde.

Künftig wird die Gemeinde ganz genau prüfen, bevor ein Gewerbegrundstück verkauft wird. Einstimmig wurden von der Gemeindevertretung einem Kriterienkatalog für die Vergabe von Gewerbeflächen zugestimmt. Dabei geht es um Grundstücksdaten, Käuferdaten und die wirtschaftlichen Daten der jeweiligen Unternehmen. Die Gemeinde möchte Bilanzen und Jahresabschlüsse sehen, sie will die Beurteilung eines Steuerberaters sehen und etwas über die Entwicklung der Beschäftigungsquote erfahren. Als wichtiges Ansiedlungskriterium wird auch das Verkehrsaufkommen und die Umweltverträglichkeit betrachtet.