Norderstedt
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Fahrradfahrer sollen Gefahrstellen melden

Aus Sicht der Radfahrer stehen häufig sinnlose Poller im Weg, etwa wie hier am Alten Heidberg, wo ein Metallpfosten mitten im Weg steht

Aus Sicht der Radfahrer stehen häufig sinnlose Poller im Weg, etwa wie hier am Alten Heidberg, wo ein Metallpfosten mitten im Weg steht

Foto: Wolfgang Klietz

Die Stadt Norderstedt bucht das „RADar“. Hier können sich Bürger über Schäden und Behinderungen auf den Radwegen beschweren.

Norderstedt.  Mal stören Umlaufsperren oder sinnlose Poller die freie Fahrt, mal sind es Baumwurzeln unter der Pflasterung oder wuchernde Pflanzen, die dem Radfahrer das Leben schwer machen. In Norderstedt haben die Bürger auf zwei Rädern die Möglichkeit, alle Schäden im Fahrradwegenetz der Stadt sofort und bequem anzumelden – und die Bearbeitung in der Verwaltung der Stadt wird garantiert.

Norderstedt setzt auf das „RADar“, eine Internet-Plattform zur Meldung von Schäden und Behinderungen rund um das Radwegenetz. Das „RADar“ ist Teil der bundesweiten Stadtradeln-Kampagne, die gerade zu Ende gegangen ist. Die Stadtverwaltung hat das „RADar“ für die nächsten zwei Jahre gebucht. „Das kostet uns insgesamt nur 300 Euro. Und es ist ein hervorragendes Instrument, um die Qualität des Radwegenetzes in der Stadt weiter zu verbessern“, sagt Christine Haß, die Projektleiterin vom Amt Nachhaltiges Norderstedt.

Schon 69 Meldungen stehen auf der interaktiven Karte

Das „RADar“ wird von den Radlern gut genutzt. Schon 69 Meldungen, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet, stehen unter www.stadtradeln.de/norderstedt2016.html. auf der interaktiven Karte.

„Es handelt sich bei etwa 80 Prozent der Meldungen um wirklich sinnvolle Hinweise“, sagt Christine Haß. „Etliche sind der Verwaltung bereits bekannt.“ Nicht immer können die Wünsche der Radfahrer direkt befriedigt werden. „Aber alle Hinweise werden unseren Wegewarten, dem Betriebsamt oder den Fachabteilungen zur Prüfung weitergeleitet.“

Der Bearbeitungsstand der Meldung ist verzeichnet

Im „RADar“ ist übrigens auch der Bearbeitungsstand der Meldung verzeichnet. Unbearbeitete Meldungen erscheinen als roter Pin auf der Stadtkarte und erledigte als grüner. Gelbe Pins kennzeichnen Meldungen, die in Bearbeitung sind, weiße Pins die Änderungswünsche, die nicht umgesetzt werden können. Und es gibt auch den Daumen-hoch-Pin – für ein Lob der Radler.

Nach oben geht der Daumen der Radler in Norderstedt an der Marommer Straße 43 (Flotte Bedarfsampel), am Buschweg („Paradies für radelnde Menschen“), an der Heidbergstraße 96 (gut ausgeschilderte Baustellenumleitung), am Föhrenkamp („Sehr gute Oberfläche!“) und auf dem Reiherhagen („Der neue Rad- und Fußweg ist ein Gedicht!“)

Großen Nachholbedarf sehen die Radler hingegen bei den immer noch auf den Radwegen vorkommenden Umlaufsperren und Pollern – obwohl die Stadtverwaltung nach einer Initiative aus der Kommunalpolitik die meisten dieser Durchgangssperren abgebaut hat. Auch auf dem ansonsten gelobten Radweg Reiherhagen lassen Reste einer Umlaufsperre nur etwa ein Viertel des Rad- und Gehwegs frei, meldet ein Radler.

Aus Sicht der Radfahrer stehen auch überall sinnlose Poller im Weg, etwa am Alten Heidberg 2, wo ein kleiner weiß-roter Metallpfosten unfallträchtig mitten im Weg steht. Und am Beste-stieg stehen gleich drei Poller mit nur 80 Zentimeter Abstand nebeneinander und „sind alle überflüssig, da am Ende des Bestestiegs die Auto-Durchfahrt bereits gesperrt ist“. Aber Behinderten-Dreiräder und Rollstühle müssten über die Rasenfläche ausweichen, um an den Pollern vorbei zu kommen.

Im „RADar“ finden sich außerdem etliche Hinweise auf Ampelschaltungen, die nur Autofahrer berücksichtigen und Radler zu lange warten lassen (Schleswig-Holstein-Straße/Harksheider Straße). Genervt sind die Radfahrer auch von Autofahrern, die Schutzstreifen als Wartefläche missbrauchen (Quickborner Straße) oder Radwege zuparken (Erlengang).

306 Radler gingen für die Stadt an den Start

Insgesamt ist durch das „RADar“ der Stadtradeln-Aktion so etwas wie der ultimative Radwegenetz-Atlas entstanden. „Wer mitmachen will, muss sich nur die Stadtradeln-App herunterladen“, sagt Norderstedts Projektleiterin Christine Haß. „Beim Stadtradeln kann der Teilnehmer aber nicht mehr mitmachen. Die Aktion 2016 ist bereits abgeschlossen.“

306 Radfahrer gingen in diesem Jahr für Norderstedt an den Start und traten für den Klimaschutz in die Pedale. Zusammen legten sie 64.586 Kilometer zurück und ließen das Auto stehen. Damit wurden 9,171 Tonnen Kohlendioxid in der Atmosphäre vermieden.