Norderstedt
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Auf der Suche nach Kandidaten

Vorbereitungen für die Wahlen zum Kirchengemeinderat sind angelaufen

Norderstedt.  In den meisten Kirchengemeinden gibt es Menschen wie Jens Tubian. „Wenn ich gefragt werde, bin ich meistens dabei“, sagt er lakonisch. Tubian gehört zum Kirchengemeinderat in Glashütte. Gemeinsam mit Pastorin Christiane Henke und sechs weiteren Ehrenamtlichen ist er für die Thomaskirche und die Gemeinde zuständig. Tubian ist seit 1999 im Kirchengemeinderat, der damals noch Kirchenvorstand hieß. Im Bauausschuss kümmert er sich zudem um die Bauten der Kirchengemeinde. „Ansonsten habe ich keine großen Aufgaben, ich bin für alles zuständig oder auch nicht“, so Tubian.

Im November stehen in der gesamten Nordkirche die Wahlen zum Kirchengemeinderat an. Jedes Mitglied der jeweiligen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, das am 13. November mindestens 14 Jahre alt ist, kann am Ersten Advent wählen. Und wer volljährig ist, kann gewählt werden. In den Kirchengemeinden liegen derzeit Formulare für potenzielle Wahlvorschläge aus. Jeder Kandidat braucht jeweils fünf Unterstützer aus der Kirchengemeinde, um vom jeweiligen Wahlvorstand zur Wahl zugelassen zu werden. Sechs Jahre dauert eine Wahlperiode normalerweise, die jetzt amtierenden Kirchengemeinderäte sind jedoch schon 2008 gewählt worden. Die Wahlperiode ist verlängert worden, um in der gesamten fusionierten Nordkirche gemeinsam in diesem Jahr abstimmen zu können.

Eine Kirchengemeinde agiert nicht für sich allein. Sie ist Mitglied eines Kirchenkreises, die Norderstedter Kirchengemeinden gehören zu Hamburg-West/Südholstein. Auch der Kirchenkreis hat ein leitendes Gremium, in dem auch die Gemeinden vor Ort vertreten sind. Marlies Heyer sitzt für Glashütte in der sogenannten Kirchenkreissynode und stimmt damit unter anderem über den Haushalt des Kirchenkreises mit ab. Darin ist auch festgelegt, mit wie viel Geld, das größtenteils aus Kirchensteuereinnahmen stammt, eine Kirchengemeinde wirtschaften kann.

Wenn es ums Geld geht, kann die Freundschaft bekanntlich schon mal aufhören. Das wird im Glashütter Kirchengemeinderat in der Diskussion über eine Handwerkerrechnung deutlich. „Das zahlen wir nicht“, sagt Günter Bade. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats hat stets einen Blick auf die Kasse. Wenn wie im vorliegenden Fall die Gemeinde nicht gefragt wurde und von der Bauabteilung des Kirchenkreises einfach so die Handwerker für die Alte Kita bestellt wurden, dann versteht er keinen Spaß. Am Ende sind sich die Kirchengemeinderäte aber mehrheitlich einig, dass doch gezahlt werden muss.

Eine vernünftige Entscheidung, manchmal auch einen Kompromiss, gibt es im Glashütter Kirchengemeinderat eigentlich immer. Das soll auch nach der Wahl im Dezember so bleiben. Neue Kandidaten können sich in Glashütte – aber auch in den anderen Gemeinden – informieren und bis zum 18. September aufstellen lassen.

www.nordkirche.de/mitstimmen