Norderstedt
Menschen in der Kirche

Aus der Hotelfachfrau wird eine Diakonin

Barbara Günther ist Diakonin in der Kirchengemeinde Nahe

Barbara Günther ist Diakonin in der Kirchengemeinde Nahe

Foto: Helge Buttkereit

In unserer Serie Menschen in der Kirche stellen wir Barbara Günther vor, die am Sonntag in Nahe als Diakonin eingesegnet wird.

Nahe.  Der morgige Sonntag ist ein ganz besonderer Tag für Barbara Günther. Denn im Gottesdienst, der um 10.30 Uhr beginnt, wird die Diakonin der Naher Auferstehungskirche eingesegnet. Zwar ist sie bereits seit vielen Jahren in der Jugendarbeit der Kirchengemeinde aktiv und hat schon viele Konfirmanden begleitet, aber nach Abschluss ihres Studiums im vergangenen Jahr beginnt für die 50-Jährige nun endgültig ein neuer Abschnitt.

Bereits die Konfirmation im Frühjahr bot für Barbara Günther etwas Neues. Zum ersten Mal hat sie den Konfirmations-Gottesdienst gehalten und damit ihre Schützlinge bis zum Ende begleitet und eingesegnet. Denn Diakonin ist sie nach Bestehen der Prüfung im Dezember bereits, die Segnung in der Kirche ist nur der nach außen sichtbare öffentliche Teil. Und dieser ist für die vierfache Mutter – ihre Kinder sind zwischen 17 und 25 Jahren alt – sehr wichtig.

„Jeder, der ein kirchliches Amt übernimmt, wird eingesegnet“, erläutert Barbara Günther. Sie selbst hat das schon mehrfach erlebt, denn sie ist seit 1996 Mitglied des Kirchengemeinderats in Nahe, der früher noch Kirchenvorstand hieß. Damals kam sie über ihr Engagement für die Kinderkirche in die Leitung der Gemeinde; und damit begann auch der Weg hin zu ihrer zweiten Berufslaufbahn. Denn die gelernte Hotelfachfrau, die aus Wolfenbüttel stammt und zur Ausbildung nach Norderstedt zog, stieg im Jahr 2004 in die Jugendarbeit ein.

Diakonin arbeitet für Kirche und Gemeinde

Zunächst hat sie sich ehrenamtlich engagiert. Als aber Pastor Thorsten Dittrich 2005 die Leitung des Bildungswerks in Bad Segeberg übernahm, konnte sie im Bildungswerk erstmals mit der Arbeit auch Geld verdienen. Nach einer weiteren Station in der Kirchengemeinde Zarpen im Kreis Stormarn bot ihr Pastor Eckehard Wulff dann eine feste Stelle in der Gemeinde Nahe an. „Ich habe gesagt, wenn es eine halbe Stelle ist, mache ich das“, erinnert sich Günther.

Und so ist sie seitdem für die Konfirmanden, die Jugendgottesdienste und die Krabbelgruppe verantwortlich, was in der Zeit ihres berufsbegleitenden Studiums nicht immer einfach war. „Hätte ich vorher gewusst, was da auf mich zukommt, hätte ich es vielleicht nicht gemacht“, sagt sie.

Neben der kirchlichen Arbeit ist sie auch einige Stunden in der Woche für die Gemeinde Nahe und deren offene Jugendarbeit zuständig. Der Glaube und die Kirche stehen allerdings für die Diakonin im Mittelpunkt. In ihrer Abschlussarbeit stellte sie sich die Frage: „Ist die diakonische Kirche die Kirche der Zukunft?“ Ihre Antwort lautet selbstverständlich „Ja“, wobei sie in der heutigen Zeit die Flüchtlingshilfe und deren Ausstrahlung als ein Beispiel sieht. Gerne verwendet sie dabei das Zitat „Diakonie ist für mich Bibelarbeit mit den Händen“, das ihrer Ansicht nach sehr treffend ist.

Viele Konfirmanden bleiben in der Kirche aktiv

Dass ihre eigene Arbeit Früchte trägt, zeigen schon die Zahlen in Nahe. Viele ihrer Konfirmanden bleiben nach der Einsegnung der Evangelischen Jugend treu und lassen sich zum Teamer fortbilden. Auch das gehört zu den Aufgaben von Barbara Günther.

Als sie kürzlich den ersten Sonnabend mit den Konfirmanden des kommenden Jahres verbrachte – in Nahe findet der Konfirmandenunterricht bereits seit 2008 einmal im Monat am Sonnabend statt –, fragte sie wieder, warum sich die Jugendlichen konfirmieren lassen wollen. Einige sprachen vom Glauben, für andere war das Geld oder die Familienfeier wichtiger. Barbara Günther sagte ihnen nach eigener Aussage: „Ich habe jetzt ein Jahr Zeit, Euch zu zeigen, dass es da etwas gibt.“ Diese Herausforderung nehme sie gerne an.