Norderstedt
Abitur

Sie sind die besten Schüler in Norderstedt

Rüdiger Ehrenberg (l.) und Hans-Joachim Eisele (r.) mit den Abiturienten Mark Killen (Willy-Brandt-Schule), Luisa Zechel (Lessing-Gymnasium), Jula Ditsch (Berufliches Gymnasium), Annalena Quaas (Lise-Meitner-Gymnasium), Emily Bruns (Coppernicus-Gymnasium) und Rebecca Hinz (Gymnasium Harksheide)

Rüdiger Ehrenberg (l.) und Hans-Joachim Eisele (r.) mit den Abiturienten Mark Killen (Willy-Brandt-Schule), Luisa Zechel (Lessing-Gymnasium), Jula Ditsch (Berufliches Gymnasium), Annalena Quaas (Lise-Meitner-Gymnasium), Emily Bruns (Coppernicus-Gymnasium) und Rebecca Hinz (Gymnasium Harksheide)

Foto: Heike Linde-Lembke

Der Rotary Club Norderstedt zeichnet die besten Abiturienten der Stadt aus. Drei junge Frauen erhalten die Traumnote 1,0.

Norderstedt.  Einer kam durch. Unter den sechs besten Abiturientinnen von Norderstedts Gymnasien ist ein einziger Mann. Mark Killen ist mit einer Abitursnote von 1,5 der beste Abiturient der Willy-Brandt-Schule und konnte sich zu den fünf Abiturientinnen gesellen, die mit Noten von der traumhaften 1,0 – gleich dreimal! – und 1,2 vom Norderstedter Rotary Club ausgezeichnet wurden. Zur Urkunde gab es bei einem Essen im Brauhaus Hopfenliebe für jeden einen Scheck über 250 Euro für den Start in ein Leben nach der Schule. „Wir zeichnen die jungen Menschen aus, um zu zeigen, dass sich Bestleistung lohnt“, sagt Hans-Joachim Eisele, Past-Präsident des Charity-Clubs.

Das neue Leben will Rebecca Hinz, die das Gymnasium Harksheide mit einer 1,0 verlässt, erst einmal in der weiten Welt ausprobieren. „Ich nehme ein Lückenjahr und arbeite vier Monate auf einer Farm in Neuseeland. Dann fliege ich nach Thailand, um zwei Monate Sozialarbeit mit Kindern zu machen“, sagt Rebecca. Die weiteren sechs Monate will sie jobben, um sich finanziell einen besseren Start ins BWL-Studium zu sichern. „Ich studiere nach dem dualen System an der Hamburg School of Business Administration und mache die praktische Ausbildung bei der Signal-Iduna-Versicherung“, sagt die 18-Jährige. BWL würde ihr liegen, weil sie gern plant, am liebsten die Finanzen. Sie kann sich aber auch eine Aufgabe im Wirtschaftsrecht vorstellen. Während der Schulzeit hat sie sich sozial engagiert, beispielsweise für behinderte Kinder, und Nachhilfe-Unterricht in Latein und Englisch gegeben.

Auch Emily Bruns stürzt sich nicht gleich nach den Sommerferien ins Studium. Sie absolviert das Coppernicus-Gymnasium mit einer glatten 1,0. „Ich gehe im Oktober für zehn Monate als Aupair nach London“, sagt Emily Bruns. Die 17-Jährige aus Norderstedt will die Welt mit den Augen eines Kindes erleben. Was ihr für die berufliche Laufbahn helfen könnte, denn Emily will Psychologie studieren. „Mich interessieren die Neurobiologie, die sozialen und gesellschaftlichen Wissenschaften und überhaupt die Psyche des Menschen“, sagt die Abiturientin, die während ihrer Schulzeit Sprachpatin für einen afghanischen Jungen war, vier Monate in Frankreich zur Schule ging, gern Sport macht und Gitarre spielt.

Die dritte Abiturientin mit der Traumnote 1,0 ist Luisa Zechel vom Lessing-Gymnasium. Auch Luisa stürzt sich nicht sofort ins Studium. Die 18-Jährige leistet für zwölf Monate einen Freiwilligendienst in Peru und unterrichtet Englisch an einer Schule im einem Dorf in den Anden – eine echte Herausforderung. „Andererseits kann ich dort mein Spanisch verbessern“, sagt Luisa Zechel, die als Trompeten-Solistin und Gitarristin bekannt ist, im Lessing-Chor singt, in der LessSwing-Band spielt und erfolgreich beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert war. Nach Peru folgt dann ein krasser Fachwechsel: „Ich studiere Medizin“, sagt Luisa. Sie will sich „breit aufstellen“, sich am liebsten aber auf Kindermedizin spezialisieren. Während der Schulzeit engagierte sie sich im Kinderjugendbeirat.

Den Notendurchschnitt 1,2 bringt Annalena Quaas vom Lise-Meitner-Gymnasium nach Hause. Wie Rebecca Hinz wählt auch sie den Studiengang Duales System an der Hamburg School of Business Administration. Die praktische Ausbildung absolviert die 19-Jährige beim Kreuzfahrt-Unternehmen Aida. „Ich möchte gern im Ausland arbeiten und will den Schwerpunkt aufs Marketing legen“, sagt Annalena Quaas. Ein Jahr ihrer Schulzeit lernte sie in den USA. Sie macht gern Sport, am liebsten Leichtathletik, und trainiert viermal pro Woche.

Ebenfalls mit 1,2 schloss Jula Ditsch ihr Abitur am Beruflichen Gymnasium des Berufsbildungszentrums in Norderstedt ab, und auch sie studiert nach dem Dualen System an der Hamburg School of Business Administration. Die praktische Ausbildung macht sie bei Blume 2000.

„Ich finde große Unternehmen sehr attraktiv, ich strukturiere, plane und organisiere gern, interessiere mich aber auch für Naturwissenschaften und Ernährung, deshalb bin ich zum Beruflichen Gymnasium gegangen“, sagt die 19-Jährige aus Hasloh. Entsprechend kocht und backt sie, näht sich Kleidung, tanzt und wandert gern. Neben dem Studium will sie sich im Krankenhaus für kranke Kinder engagieren.

Und Mark Killen? Der geht ab Oktober zur Bundeswehr-Hochschule in Hamburg und studiert Psychologie. Dafür hat sich der 19-Jährige zu 13 Jahren Dienst bei der Bundeswehr verpflichtet. „Ich sehe in der Psychologie ein weites Feld, denn die Menschen sind immer weniger fähig, miteinander zu kommunizieren“, sagt er. Beim Bund arbeitet er im Personalwesen.