Norderstedt
Quickborn/Ellerau

S-21-Projekt sinnvoll, Gegner liegen falsch

Markus Spiering, Florian Börner und Matthias Frenzel von der Bürgerinitiative Bahnstraße wollen verhindern, dass die Züge durch ihre Gärten fahren

Markus Spiering, Florian Börner und Matthias Frenzel von der Bürgerinitiative Bahnstraße wollen verhindern, dass die Züge durch ihre Gärten fahren

Foto: Michael Schick

Intraplan widerlegt Gutachten der Bürgerinitiative Bahnstraße. Deren Mitglieder hoffen nun auf einen runden Tisch mit der Politik.

Quickborn/Ellerau.  Das Planfeststellungsverfahren für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Kaltenkirchen - Eidelstedt (S-21-Projekt) hat für das Hamburger Hoheitsgebiet begonnen. Bis zum 19. Juli können dortige Anwohner ihre Einsprüche geltend machen. Für die Anlieger in Schleswig-Holstein, insbesondere jene in Bönningstedt, Hasloh und Quickborn, wird dies voraussichtlich im Herbst losgehen.

Unterdessen hat das Gutachter-Büro Intraplan aus München, das dem S-21-Projekt einen volkswirtschaftlichen Nutzen zusprach, das Gegengutachten der Bürgerinitiative Bahnstraße aus Quickborn und Ellerau widerlegt.

Dieses hatte behauptet, der Nutzen sei negativ, was eine Förderung des Bundes ausschließen würde. Doch wie Intraplan an einigen Stellen darstellt, habe sich Gegengutachter Vieregg-Rössler der Bürgerinitiative zum Teil verrechnet und standardisierte Bewertungsverfahren falsch angewandt. In einem Falle stimme dies, erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative, Markus Spiering. Die BI habe ihren Gutachter beauftragt, darauf zu reagieren und eine erneute fachliche Einschätzung zu geben. Die soll demnächst vorliegen. Allerdings werde sich inhaltlich wenig ändern, ist BI-Sprecher Spiering überzeugt: „Es bleibt dabei, dass das wirtschaftliche Nutzen-Kosten-Verhältnis deutlich unter eins bleibt.“

Allerdings hat der Nahverkehrsbund Schleswig-Holstein (Nah.SH), der für das Land Schleswig-Holstein das Planverfahren betreibt, weitere Gedankenfehler des Gegengutachters entdeckt. So führen schon heute alle S-Bahn-Züge in Hamburg mit Ökostrom, was der Gutachter nicht berücksichtigte.

Und beim Thema Zeitersparnis, die nach der Elektrifizierung etwa fünf Minuten zwischen Kaltenkirchen und Eidelstedt betragen soll, sei die Zeitersparnis an den Wochenenden, an denen sie bis zu 30 Minuten betrage, weil keiner mehr umsteigen müsse, nicht gewürdigt worden.

Spiering, der mit seiner Bürgerinitiative 25 Eigentümer und etwa 80 betroffene Bewohner in Quickborn und Ellerau vertritt, setzt auf Konsens. „Wir wünschen uns einen runden Tisch mit Politikern und Planern.“ So hoffe er, dass die Strecke zwischen Quickborn und Ellerau eingleisig bleibt, damit sie keine Grundstücke abgeben müssen. „Wir haben die Nachteile für diejenigen, die die Vorteile haben. Da wäre es gerecht, wenn man unsere Wünsche mit berücksichtigt.“