Norderstedt
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"Airport widerlegt Vorgaben für Flugbetrieb"

Verspätet landende Flugzeuge machen den Norderstedtern das Schlafen oft unmöglich. Reimer Rathje (WiN) fordert verlässliche Ruhezeiten

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Verspätet landende Flugzeuge machen den Norderstedtern das Schlafen oft unmöglich. Reimer Rathje (WiN) fordert verlässliche Ruhezeiten

Hamburger Initiative gegen Fluglärm erklärt Pünktlichkeitsoffensive des Flughafens für gescheitert. Nachruhe müsse eingehalten werden.

Norderstedt.  "Der gestrige Tag hat eindrucksvoll die Theorie widerlegt, dass die Flugzeuge gegen den Wind starten sollen – und die Fluglotsen danach die Start- und Landebahn festlegen", sagt Reimer Rathje, Vorsitzender der WiN und engagierter Kämpfer gegen den Fluglärm über Norderstedt. Den Beweis habe der Flughafen mit seinem Informationssystem TraVis selbst geliefert.

Den Informationen war zu entnehmen, dass der Wind aus Süd-Süd-West wehte. "Also hätten die Maschinen über die Bahn in Richtung Niendorf/Blankenese abheben und landen müssen", sagt Rathje. Doch die Praxis sei eine andere gewesen. Trotz des eigentlich "falschen Windes" sei die Norderstedter Bahn regelmäßig frequentiert gewesen, der Seitenwind habe die Piloten offensichtlich nicht gestört.

Gleichzeitig schließt sich der WiN-Fraktionschef den Forderungen und der Kritik der Hamburger Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm an. Sie haben die im April gestartete Pünktlichkeitsoffensive des Hamburger Flughafens für gescheitert erklärt. Die Zahl der Nachtflüge sei stark gestiegen. "Wir brauchen einfach eine verlässliche Ruhephase von neun Stunden", sagt Rathje. Wenn Maschinen noch nach 23 Uhr oder Mitternacht landen müssten, weil die Fluglotsen am Ort des Abflugs gestreikt haben, dann müsse über Norderstedt wenigstens Ruhe bis 8 oder 9 Uhr herrschen.

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