Norderstedt
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Hempels gewinnt bundesweiten Branchenpreis

80 bis 90 Kunden geben in der Warenannahme täglich etwas ab. Berit Schwedas sortiert gerade Kleidung

80 bis 90 Kunden geben in der Warenannahme täglich etwas ab. Berit Schwedas sortiert gerade Kleidung

Foto: Andreas Burgmayer

Ausgezeichnet wurde das Altkleiderkonzept des Gebrauchtwarenkaufhauses des Betriebsamtes. Dies sei ökologisch wie sozial nachhaltig.

Norderstedt.  Hempels, das Gebrauchtwarenkaufhaus des Betriebsamtes an der Stormarnstraße, sorgt jetzt für bundesweite Schlagzeilen. Denn auf der Umweltmesse IFAT in München wurden dem Kaufhaus und dem Betriebsamt der Creativ-Preis des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) verliehen.

Gesucht wurden Preisträger, die kreative Formen der Wertstofferfassung umgesetzt haben. Die VKU-Jury findet das Norderstedter Konzept zur Textilsammlung preiswürdig. Weil sie kreativ die gesetzlich festgelegte Abfallhierarchie berücksichtigt, die der Wiederverwendung Vorrang vor dem Recycling gibt. Die Bürger in Norderstedt würden an verschiedenen Punkten des Entsorgungsprozesses gefragt, ob sich die zu entsorgenden Gegenstände zur Wiederverwendung eignen. Ist das der Fall, werden sie in Hempels Gebrauchtwarenkaufhaus gebracht, in dem die Gegenstände von Menschen mit Handicap aufbereitet werden. „Das Entsorgungskonzept in Norderstedt ist ökologisch wie sozial nachhaltig und leistet dabei einen Beitrag zur Umweltbildung“, urteilt VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp.

Hempels brummt und macht Umsatz

Die Erfolgsgeschichte von Hempels ist für die Stadt aber immer noch ein Zuschussbetrieb – trotz aller sinnvollen Effekte und auch der Tatsache, dass Hempels dazu beiträgt, die absoluten Müllmengen in der Stadt zu verkleinern und damit die Müllgebühren konstant zu halten. Für dieses Jahr rechnet das Betriebsamt laut der Gebührenbedarfsrechnung 2016 bei Hempels mit einem Defizit von 442.000 Euro. 2015 betrugen die Kosten für Personal, die Gebäudemiete, Werbung und den Betrieb 1,1 Millionen Euro. Dem gegenüber standen die Erlöse, insgesamt fast 775.000 Euro aus dem Verkauf von Altkleidern, Möbeln und den übrigen Waren des Gebrauchtkaufhauses. „Bis Mai 2016 haben wir schon 371.000 Euro brutto umgesetzt – 50.000 Euro mehr als 2015 und über 100.000 Euro mehr als 2014. Der Laden brummt“, sagt Martin Sandhof, Leiter des Betriebsamtes. Doch Kosten deckend sei das Angebot wohl kaum zu betreiben. Sandhof: „Der Creativ-Preis ist eine schöne Anerkennung für die gute Arbeit unserer Mitarbeiter.“

Das Norderstedter Betriebsamt ist nicht der einzige Preisträger im Wettbewerb des VKU. Der Zollernalbkreis hat bei der Bioabfallsammlung die Bürger mit Aktionen und einem Kreativwettbewerb zur Gestaltung von Biotonnen eng eingebunden. Der Bremer Betrieb Entsorgung Kommunal konnte sich mit seinem Konzept der Elektroschrottsammlung durchsetzen. Langzeitarbeitslose separieren reparaturwürdige Geräte zur Wiederverwendung.