Norderstedt
Theaterkritik

Viel Applaus für Norderstedter Reise-Revue

Gelungen: Natalie Hiesener singt „Ich kann mir nicht helfen.“

Gelungen: Natalie Hiesener singt „Ich kann mir nicht helfen.“

Foto: Heike Linde-Lembke

Musiktheater-Akademie Norderstedt überzeugt das Publikum im Festsaal am Falkenberg mit dem Stück „Man muss mal ab und zu verreisen“,.

Norderstedt.  „Es ist soweit“, trötet Sabine Wehder, und mit Getöse stürmt das Ensemble der Musiktheater-Akademie Norderstedt mit dem Titellied „Man muss mal ab und zu verreisen“ durch den Zuschauerraum auf die Bühne des Festsaals am Falkenberg.

Auf der Bühne gibt es dann 90 pausenlose Minuten mit Couplets, Liedern und Songs quer durch die Operetten-Literatur, eingepackt in ein Hotel-Ambiente vom Empfang über die Bar bis zur Wellness-Oase. Der Spaß, den die zwölf Akteurinnen und Akteure haben, reißt die 200 Zuschauerinnen und Zuschauer im Saal mit. Das Ensemble gibt alles, auch wenn es in der Höhe der Stimmen mal quietscht, wenn es bei Auf- und Abgängen leichte Zusammenstöße gibt. Doch was zählt, ist die hinreißende Spielfreude und die Leidenschaft, das Publikum aus dem Häuschen zu bringen. Das ist Regisseurin Simone Voicu-Pohl, Pianist Rainer Lankau und dem Ensemble gelungen.

Beispielsweise Natalie Hiesener. Wenn sie in „Der zweitälteste Beruf der Welt“ ihr „Ja“ haucht, hört es sich an wie das Miau einer verwöhnten Katze. Sabine Wehder gibt die Kleptomanin schrill überdreht, aber auch komisch.

Der Ausflug ins Wellness-Center des Revue-Hotels ist vom Outfit der Girls etwas langweilig, doch Angela Dröse zeigt in „Husch, husch“ mit klarem Sopran sogar Koloratur-Qualität.

Ein gutes Timbre bringt Christina Battistan mit „Ich wär so gern in Hollywood“, während Marzena Sollik in „Sex Appeal“ die Tonlage etwas tiefer hängen sollte, doch mit Ausdruck und Ironie überzeugt. Gut bei Stimme kommt Dirk Timmermann im berühmten „In der Bar zum Krokodil“ rüber. Auch Isa Scholz beherrscht ihre Stimme sicher und bringt im Schwipslied sogar die hohe Lage souverän, eine Komödiantin, die viel Beifall abräumt. Wie das ganze Ensemble.