Norderstedt
Kreis Segeberg

9,1 Prozent der Bürger besitzen Aktien

Die comdirect band hat untersucht, wie Schleswig-Holsteiner ihr Geld anlegen

Die comdirect band hat untersucht, wie Schleswig-Holsteiner ihr Geld anlegen

Foto: A3778 Fredrik von Erichsen / dpa

Quickborner comdirect bank hat Anlageverhalten der Schleswig-Holsteiner untersucht. Warnung vor „Verlust an Wohlstand im Norden“.

Kreis Segeberg.  Die Bürger im Kreis Segeberg sind Börsenfans. Das geht aus einer Untersuchung der Commerzbank-Tochter comdirect bank hervor. Das in Quickborn ansässige Unternehmen hat jetzt einen „Schleswig-Holstein-Atlas Anlageverhalten“ veröffentlicht. Danach haben 9,1 Prozent der Segeberger Geld in Aktien angelegt. In Schleswig-Holstein besitzen nur die Stormarner (10,2 Prozent) und die Bürger des Kreises Pinneberg (9,8 Prozent) mehr Aktien. Schlusslicht im Speckgürtel ist der Kreis Herzogtum Lauenburg mit 8,6 Prozent.

Der Hamburger Rand liegt mit diesen Zahlen deutlich über den Werten für die anderen schleswig-holsteinischen Kreise und kreisfreien Städte. In Dithmarschen leben demnach am wenigsten Aktienbesitzer, nämlich nur 6,8 Prozent. Auch Lübeck (7,8) und Kiel (7,5) liegen weit hinter dem Hamburger Rand. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 9 Prozent.

Das Geldinstitut hält diesen zurückhaltenden Umgang mit Unternehmensanteilen für fatal. „Auch wenn es im Speckgürtel etwas besser aussieht als im Rest des Landes – insgesamt beschäftigen sich die Schleswig-Holsteiner zu wenig mit dem Thema Aktien“, sagt Jan Enno Einfeld, Leiter Investing bei comdirect. „Das wird auf Dauer zu einem Verlust an Wohlstand im Norden führen. Denn angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase verschenken die Schleswig-Holsteiner im wahrsten Sinne des Wortes Geld und Rendite, so Einfeld.

In Kiel leben risikofreudigste Schleswig-Holsteiner

Die comdirect bank ist auch der Frage nachgegangen, wie risikofreudig die Schleswig-Holsteiner eigentlich sind. Die Zocker sitzen in der Landeshauptstadt Kiel. Hier ist der Anteil der Risikofreudigen mit 65,8 Prozent am höchsten. Im Kreis Pinneberg liegt er bei 61,7 Prozent, im Kreis Segeberg bei 58,2 Prozent, im Kreis Herzogtum Lauenburg bei 53,9 Prozent. Sie alle liegen über dem schleswig-holsteinischen Mittelwert von 51,5 Prozent. In Ostholstein ist das Sicherheitsdenken am stärksten ausgeprägt. Hier würden nur 32,8 Prozent beim Aktienkauf ins Risiko gehen.

Aber es gibt ja nicht nur die Aktien, bei denen sich immer die Frage stellt, ob und wann man sie kaufen und ob und wann man sie verkaufen sollte. Es gibt auch professionell gemanagte Aktienfonds: Man lässt die Fachleute handeln und verdient mit, wenn sie ihre Arbeit erfolgreich verrichten. Deutlich mehr Schleswig-Holsteiner haben sich nach den Erkenntnissen des Quickborner Geldinstituts für dieses ein wenig sicherere Anlageinstrument entschieden: 12,2 Prozent. Zum Vergleich: Die Aktionärsquote liegt in Schleswig-Holstein bei nur 7,9 Prozent.

In Stormarn sind 14,1 Prozent der Einwohner im Besitz von Fondsanteilen. Das ist der Spitzenwert im Land zwischen den Meeren. Der Kreis Pinneberg folgt mit 13,8 Prozent, Segeberg liegt auf Platz drei: 13,1 Prozent. Der Kreis Dithmarschen findet sich am Ende der Skala. Hier haben nur 11 Prozent in Fonds investiert.