Norderstedt
Alveslohe

Der ehemalige Skeptiker wird jetzt Pastor

Menschen in der Kirche: Wir stellen den Kaltenkirchener Vikar Frederik Beecken vor

Alveslohe.  Das hätte sich Frederik Beecken nicht träumen lassen. Als 15-Jähriger ging er, der Schüler des Alstergymnasiums, „einfach mal so“ zur Jugendandacht in der Henstedter Erlöserkirche. Mit Kirche hatte er nichts am Hut, getauft war er nicht. Aber die Jugendandacht fesselte ihn. „Die Jugendlichen dort waren ganz freundlich zu mir. Dabei wussten sie um meine Stellung zur Kirche“, erinnert er sich. Die Kirche ließ den heute 28-Jährigen nicht mehr los. Mit 17 wurde er getauft, nach dem Abitur absolvierte er seinen Zivildienst als Freiwilliges Soziales Jahr an der Erlöserkirche. Danach studierte er Theologie und ist nun auf dem besten Weg, im kommenden Jahr als Pastor ordiniert zu werden.

Bis dahin ist er in der Ausbildung als Vikar in der Kirchengemeinde Kaltenkirchen und wird von der Alvesloher Pastorin Simone Pottmann angeleitet. Den ersten Höhepunkt hat er gerade hinter sich, am Wochenende war er für die beiden Konfirmationen in Alveslohe zuständig. „Mit Frau Pottmann habe ich eine tolle Betreuerin“, sagt er.

Der 28-Jährige schätzt die moderne und die klassische Form des Gottesdienstes

Hatte Beecken auch schon vorher dann und wann gepredigt, so ist es nun etwas völlig anders. „Vor allem der Talar ändert vieles“, sagt er. Dazu kamen weitere Umstellungen. So werden in der Erlöserkirche die Gottesdienste sehr modern mit Band und kaum mit Liturgie gefeiert, in Kaltenkirchen und Alveslohe hingegen wird die klassische Form praktiziert. „Ich habe sie mittlerweile sehr lieb gewonnen“, sagt er.

Auch für Beerdigungen ist Beecken nun zuständig; Hochzeiten und Taufen hat er schon einige hinter sich. Seinen Schwerpunkt sieht er jedoch in der Arbeit mit Erwachsenen, und so richtet sich sein Gemeindeprojekt, das er in der Ausbildung zu absolvieren hat, auch vor allem an Menschen zwischen 30 und 60. Ein Glaubenskursus und ein abschließender Gottesdienst sollen ab Freitag, 27. Mai, sowohl Gläubige und Skeptische als auch Suchende und Zweifelnde ansprechen.

Frederik Beecken kann sich vorstellen, nach dem Vikariat und dem zweiten theologischen Examen als Pastor in eine Gemeinde ähnlicher Größe zu gehen. Wichtig ist die Nähe zu Kiel, wo seine Frau arbeitet. Sie stammt ebenfalls aus Henstedt-Ulzburg. Das gemeinsame Kind ist im Januar 2015 geboren.