Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Kurios: Schornsteinfeger fängt Einbrecher

Schornsteinfeger Rudolf Kruck stellte einen Einbrecher

Schornsteinfeger Rudolf Kruck stellte einen Einbrecher

Foto: Hans-Eckart Jaeger / HA

Rudolf Kruck, Schornsteinfeger in Ulzburg-Süd, ertappte den 36-Jährigen auf frischer Tat, verfolgte ihn und informierte die Polizei.

Henstedt-Ulzburg.  Schorns­teinfeger Rudolf Kruck, 47, zuständig für den Bereich Ulzburg-Süd, hat in der Falkenstraße einen Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Kruck trug maßgeblich dazu bei, dass wenig später ein polizeiliches Großaufgebot aus Norderstedt, Quickborn, Elmshorn und Hen­stedt-Ulzburg die Verfolgung aufnahm und den 36-jährigen Kaltenkirchener vorläufig festnehmen konnte.

Es geschah am Donnerstag, kurz nach 12 Uhr mittags. „Ich hatte einen Termin und habe an der Tür eines Einfamilienhauses geklingelt“, sagte der Schornsteinfeger. „Es kam keine Reaktion. Da bin ich um das Haus herumgegangen und sah, dass die Balkontür offenstand und eine Scheibe eingeschlagen war.“ Rudolf Kruck ging zurück und klingelte noch einmal. Dieses Mal wurde die Tür geöffnet. Ein dunkel gekleideter Mann trat heraus, in jeder Hand eine Sporttasche, dazu eine Umhängetasche über der Schulter und ein Laptop. „Ich bin der Enkel, alles in Ordnung.“

Zeugen erinnerten sich später an diesen Mann. So Christoph Sievers, der Sohn des Bürgerpreisträgers Wolfgang Sievers: „Um 11 Uhr hat er bei uns geklingelt. Er hätte gehört, dass in der Falkenstraße eine Zwei-Zimmer-Wohnung zu vermieten sei. Ob ich ihm weiterhelfen könne? Als ich verneinte, ging er in Richtung Hamburger Straße davon.“

Als Schornsteinfeger Kruck dem bepackten Mann wenig später gegenüberstand, wurde er sofort misstrauisch, stoppte ihn und rief die Telefonnummer 110 an. „Der Mann hatte die Ruhe weg“, berichtete Rudolf Kruck. „Er sagte noch, dass ich mir keine Sorgen machen solle und ging dann aber eilig über die Hamburger Straße in Richtung Suhlenkamp davon. Ich blieb ihm auf den Fersen, das Handy immer am Ohr und mit der Polizeileitstelle verbunden.“ Eine klassische Live-Reportage.

Unterwegs warf der Flüchtende dann seine Beute in einen Container und in ein Gestrüpp. Schließlich stellten ihn die Polizeibeamten, die einen Diensthund bei sich hatten, auf dem Wanderweg hinter dem Sanddornweg nahe eines Feuerlöschteiches.

„Der aufmerksame Zeuge hat sich vorbildlich verhalten“, hieß es am Freitag in einer offiziellen Meldung der Polizeidirektion Bad Segeberg. Der geständige Einbrecher wurde nach Abschluss der polizeilichen Erstmaßnahmen mangels Haftgründen wieder entlassen.