Norderstedt
NZ-Regional

Grotes Vision ist reizvoll

Was Hans-Joachim Grote zu Beginn seiner neuen Amtszeit gemeinsam mit Fußball-Ikone Horst Hrubesch vorgeschlagen, ja eigentlich sogar gefordert hat, wird nicht allen gefallen. Gerade Eintracht Norderstedt als klare sportliche Nummer eins der Stadt sieht sich in einer Ausnahmerolle, war im vergangenen Herbst sogar einige Zeit Regionalliga-Tabellenführer, kokettierte zumindest mit der 3. Liga und könnte nächste Saison erstmals im DFB-Pokal starten. Von Kooperationen mit den Nachbarvereinen war bisher nie die Rede – allerdings war von Seiten etwa des TuRa Harksheide oder des Glashütter SV bisher auch nie zu hören, dass es hierfür einen Bedarf gebe.

Grote erwartet, dass seine Einladung zum runden Tisch im Rathaus wahrgenommen wird. Die Vision selbst ist fraglos reizvoll. Dass hieraus bald eine nachhaltige Zusammenarbeit entsteht, von der alle Seiten profitieren, ist aber fraglich. Schließlich sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich: Die Eintracht würde gern in der
3. Liga spielen, TuRa und Glashütte tangieren diese Ambitionen nicht, Friedrichsgabe kämpft mit einer sinkenden Mitgliederzahl. Aus ähnlichen Konstrukten weiß man: Oftmals hat nur der finanzkräftigste und sportlich beste Teilhaber einer Kooperation, in diesem Falle Eintracht Norderstedt, tatsächlich Vorteile. Ob die Stadt überhaupt ein 10.000-Zuschauer-Stadion braucht, ob das Interesse am Fußball groß genug ist, sei sowieso dahingestellt. Nur ein Beispiel: Der Besucherrekord von Eintracht Norderstedt vom 6. September 2015 liegt bei 1275.