Norderstedt
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Wohnen auf dem alten Sportpark-Gelände

Die Firma Project Immobilien baut 105 Wohnungen und Reihenhäuser in der Aspelohe in Norderstedt. Die ersten Bewohner sollen Ende 2017 einziehen

Norderstedt.  Da, wo bis vor zwei Jahren noch Tennis, Squash und Hallenfußball gespielt wurde, sind jetzt die Abrissbagger am Werk. Auf dem 15.660 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Sportparks Aspelohe aus den frühen 80er-Jahren ganz im Süden der Stadt entstehen jetzt 105 komfortable Wohnungen, 30 in vier Reihenhauszeilen und 75 in sechs Mehrfamilienhäusern, mit 98 Tiefgaragen- und 45 Außenstellplätzen. Das Nürnberger Unternehmen Project Immobilien hat das Grundstück erworben und investiert 38 Millionen Euro in ihr erstes Norderstedter Projekt, das in sechs Bauabschnitten bis Ende 2018 realisiert werden soll.

Die ersten acht Wohneinheiten in einer Reihenhauszeile werden im Mai gebaut. Unmittelbar danach folgen 53 Wohnungen in vier drei- bis viergeschossigen Gebäuden, beschreibt Project-Vertriebsleiter Oliver Misczyk den Bauablauf. Ende 2017 sollen die ersten Bewohner einziehen können. „Wir sind seit einer Woche in der Vermarktung und haben bereits erste Reservierungen.“

Interessenten seien Norderstedter, denen die Gartenarbeit im Einfamilienhaus zu schwer fällt und die sich wohnlich verkleinern wollten sowie Hamburger, die ihre Familienplanung im etwas preisgünstigeren Eigenheim in Norderstedt realisieren möchten. Und auch Schleswig-Holsteiner, die jeden Tag zur Arbeit nach Hamburg pendelten und sich den Arbeitsweg verkürzen wollten, erläutert der Project-Vertriebschef. „Die Ansiedlung von Tesa in Norderstedt hat uns natürlich in die Karten gespielt.“ Der Klebemittelhersteller ist Ende 2015 mit rund 1000 Mitarbeitern von Hamburg-Eimsbüttel in die neue Zentrale an der Niendorfer Straße gezogen.

Die Straße Aspelohe bleibt weiterhin für den Durchgangsverkehr gesperrt

Das Projekt mit dem Namen „Mein Aspelohe“ soll mehrere Generationen ansprechen, junge, alte, Alleinstehende und Familien, die sich hier auf zwei grünen Innenhöfen mit Spielflächen begegnen und treffen können.

Wie die neue Wohnsiedlung in der Aspelohe einmal aussehen wird, kann man vor Ort in einem kleinen Büro anhand eines dreidimensionalen Modells besichtigen. Das Projekt war der Gewinner eines Architektenwettbewerbs, den die Stadt Norderstedt ausgeschrieben hatte. Dabei ging es darum, dass sich die Bauten gut in die vorhandene Wohnbebauung einfügen, erläutert der Norderstedter Stadtplaner Thomas Röll. Darum würden im vorderen östlichen Bereich die Gebäude drei- und die im hinteren westlichen Teil viergeschossig sein und ein 30 Meter breiter Grüngürtel die Alt- von den Neubauten trennen.

Zudem bleibe die Straße wie jetzt für den Durchgangsverkehr gesperrt, die Tiefgarage ist nur vom Gewerbegebiet aus zu erreichen. Und die Wohnungen im südwestlichen Teil, die an das Gewerbegebiet In de Tarpen grenzen, weisen einen erhöhten Lärmschutz aus, weil die Balkone verglaste Loggien sein werden.

Die größten Wohnungen werden etwa eine halbe Million Euro kosten

Schließlich habe die Stadt hier aus einem ehemaligen Gewerbegebiet baurechtlich ein allgemeines Wohngebiet geschaffen. Und so sei „aus einer schlechten Gewerbefläche, die keine Nachfrage mehr fand, eine gute Wohnbaufläche geworden“, findet Baudezernent Thomas Bosse. Dies werde künftig auch noch mit anderen Gewerbeflächen geschehen, beispielsweise an der Kohfurth, das damals für Garstedt eine gute Lage für Betriebsansiedlungen bedeutete, aber heute mitten im Herzen Norderstedts für Gewerbe eher nicht mehr infrage komme. Nebenan im Rugenbarg sei diese Umwidmung von Gewerbe- in ein Wohngebiet in den 1990er Jahren erstmals vollzogen worden, sagt Stadtplaner Röll.

Gerade wegen der direkten Nachbarschaft zu Hamburg und des hohen energetischen Standards und der hochwertigen Ausstattung der Wohnungen mit Fußbodenheizung, Parkettboden und bodentiefen Fenstern haben die 60 bis 120 Quadratmeter großen Wohnungen und die dreigeschossigen Reihenhäuser der Project Immobilien aber auch ihren Preis. So kostet die kleinste Wohnung etwa 216.000 Euro, die größte etwa eine halbe Million Euro, ebenso wie die Reihenhauswohnungen. 22 Wohneinheiten sollen aber als geförderter Wohnraum erstellt werden.

Dafür könnten die Käufer aber bei der KfW-Bank besonders günstige Darlehen bis zu 100.000 Euro mit 0,75 Prozent Zinsen pro Jahr in Anspruch nehmen, um diese Objekte langfristig zu finanzieren, wirbt Project-Regionalleiter Andreas Arndt für dieses „Alleinstellungsmerkmal“, das sein Unternehmen jetzt erstmals Häuslebauern in Norderstedt anbiete. Die Heizung wird über eine Geothermie-Anlage mit Erdwärme gespeist.