Norderstedt
Kreis Segeberg

Truppenübungsplatz wird Naturschutzgebiet

Die „Wittenborner Heide“ im Kreis Segeberg ist nun ein Naturschutzgebiet

Die „Wittenborner Heide“ im Kreis Segeberg ist nun ein Naturschutzgebiet

Foto: Daniel Naupold / picture alliance / dpa

Größter Teil der 294 Hektar großen Fläche der „Wittenborner Heide“ diente früher als Standortübungsplatz. 15. Schutzgebiet im Kreis.

Kreis Segeberg/Kiel.  Das Land Schleswig-Holstein hat ein neues Naturschutzgebiet. Die „Wittenborner Heide“ im Kreis Segeberg mit 294 Hektar ist künftig geschützt. Eine entsprechende Verordnung hat Umweltminister Robert Habeck unterzeichnet, wie das Ministerium am Donnerstag mitteilte. Das Gebiet umfasst große Teile des ehemaligen Standortübungsplatzes „Wittenborn“ einschließlich eines Teiles des Vogelschutzgebietes „Barker und Wittenborner Heide“.

Das neue Naturschutzgebiet befindet sich als ehemaliger Standortübungsplatz überwiegend im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) sowie der Stiftung Naturschutz. Die östliche Grenze bildet die geplante A 20. Das Gebiet umfasst einen historisch-naturnahen Landschaftsausschnitt mit trockenen Heiden, offenen und bewaldeten Dünen, Trockenrasen, mineralischen Grasfluren, Übergangsmooren, Stillgewässern und naturnahen Waldflächen.

„Die Bedeutung des rund 294 Hektar großen Gebietes liegt im Wesentlichen in der relativ unbeeinträchtigten Entwicklung des für diesen Naturraum typischen Landschaftsausschnittes“, erläuterte Habeck. „Hier besteht nun die gute Möglichkeit, die Entwicklung von Lebensräumen für Heidelerche, Neuntöter, Uhu, Schlingnatter, Haselmaus und Ameisenlöwe gemeinsam mit Bima und Stiftung zu sichern und zu verbessern.“

Hunde müsse an die Kurzleine

Das neue Naturschutzgebiet wird nicht nur die vielfältige Natur im Herzen von Schleswig-Holstein schützen, sondern auch eine attraktive Naherholungslandschaft entwickeln, die als wichtige Basis für die Wochenenderholung der Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gemeinden dienen kann. Die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Gebietes kann weiterhin von zahlreichen Wegen aus erlebt werden. Hunde müssen in der „Wittenborner Heide“ allerdings an der Kurzleine mitgeführt werden. Motorfahrzeuge sind verboten.

Diese Verbote sind aufgrund des besonderen Schutzes für bodenbrütende Vogelarten erforderlich, da das Gebiet für die Heidelerche sowie für weitere schützenswerte Tierarten wie etwa Wespenbussard, Kreuzotter sowie Fledermäuse und Pflanzenarten dauerhaft einen attraktiven Lebensraum bieten soll.

Der Kreis Segeberg erhält mit der „Wittenborner Heide“ sein 15. Naturschutzgebiet und hat damit insgesamt rund 2.399 Hektar Naturschutzgebietsfläche. Das sind genau 1,78 Prozent der Kreisfläche; der Landesdurchschnitt beträgt rund 3,2 Prozent.