Norderstedt
Ellerau

Kabelsalat macht Reihenhaus unbewohnbar

Schwelbrände sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr

Schwelbrände sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr

Foto: Klaus Ohlenschläger / picture alliance / Klaus Ohlensc

Seit sieben Wochen lebt Hamburgs ehemals beste Springreiterin in Norderstedt. Miete für ihre vorübergehende Bleibe zahlt Versicherung.

Ellerau.  Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel herab, der Frühling zeigt sich von seiner besten Seite. Beate Dude, 72, macht es sich in ihrem Wintergarten gemütlich und schaut hinaus auf die Pracht. Überall blühen Hyazinthen, Primeln und Stiefmütterchen. Der Strandkorb lädt zum Faulenzen ein, das Gartenhaus ist blitzsauber und aufgeräumt, und in dem kleinen Teich tummeln sich die Goldfische. Beate Dude hat ihren Garten in Schuss gebracht – und darauf ist sie stolz.

Aber ihre Laune könnte besser sein, denn ihre 120 Quadratmeter große Doppelhaushälfte nahe des AKN-Bahnhofs Ellerau ist wegen eines Küchenbrandes nicht mehr bewohnbar. Seit sieben Wochen lebt Hamburgs ehemals beste Springreiterin in Norderstedt-Mitte in einem der Sternhäuser-Appartements. Die Monatsmiete von knapp über 2000 Euro zahlt die Hausratversicherung.

„Es wird wahrscheinlich noch lange dauern, bis ich wieder dort leben kann, wo ich mich in den letzten zwölf Jahren wohlgefühlt habe“, sagt Beate Dude. Ein Schwelbrand, wahrscheinlich durch einen technischen Defekt in der Geschirrspülmaschine ausgelöst, hat überall Spuren hinterlassen – an Wänden, Decken, Haustüren, Teppichen und auf dem Laminatboden. Das Haus ist leer, es riecht immer noch nach Qualm und Rauch. „Ich warte und warte, es geht nicht vorwärts“, klagt Beate Dude. Ihren gesamten Hausstand hat ein Brandreinigungsunternehmen aus Itzehoe abgeholt. Die Mitarbeiter sollen wieder alles auf Vordermann bringen. Für den Rest tritt die Versicherung ein.

Der Tag, den sie nicht vergessen wird, war Sonntag, der 21. Februar. Pferdefreundin Beate Dude, Besitzerin eines Trabers und eines feurigen andalusischen Hengstes, hatte auf der Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld ein paar schöne Stunden erlebt und war auf der Rückfahrt. Ihre Rauhaardackel Ive und Ike hatte sie bei sich. „Ein Glück, dass ich sie nicht zu Hause gelassen habe“, sagte sie später.

Auf der Autobahn 7, kurz hinter der Abfahrt Stellingen, klingelte das Handy. Ihre Nachbarin, Mieterin der anderen Doppelhaushälfte, meldete sich und fragte: „Wo bist Du? In Deiner Wohnung brennt es.“ Aber nicht sie hatte das Feuer bemerkt, sondern ein Mann, der mit seinem Hund zufällig am Grundstück in der Gemeinde Eller-au vorbeigegangen war.

Schon von Weitem sah Beate Dude den Feuerschein, ihre Küche stand in Flammen. Zum Glück war ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Quickborn bereits bei der Arbeit. Zugführer Thomas Schröder: „Wir konnten den Brand ziemlich schnell löschen.“ Bald waren auch die Brandursachen-Ermittler der Kriminalpolizei vor Ort.

Das Feuer ging von dem Kabelsalat unterhalb der nicht in Betrieb gewesenen Geschirrspülmaschine aus. Offensichtlich ein technischer Defekt. Ulf Schönbohm, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Ellerau, sagte dazu: „Ein Schwelbrand kann auch durch ein durchgescheuertes Kabel, eine defekte Platine oder einen durchgebrannten Heizstab entstehen.“ Aber: Schwelbrände im Haushalt sind laut Aussage eines Sprechers der Provinzialversicherung Schleswig-Holstein „sehr selten“.

Beate Dude wartet auf die Putzfrau, auf den Maler, auf die Handwerker mit neuen Türen, auf ihre gereinigten Möbel, Schränke, Fernseher, Akten, Wäsche und Kleidungsstücke. Und auf den Tag, an dem sie endlich wieder in ihre Wohnung einziehen kann. Die schöne Aussicht im Wintergarten ist für sie nur ein geringer Trost.