Norderstedt
NZ-Regional

Der Elternwille und die Folgen

Immer mehr Eltern melden ihre Kinder auf einem Gymnasium an, für sie offenbar der Garant für beste Bildung und das Abitur, das möglichst jedes Kind machen soll. Im Gegenzug bluten die Gemeinschaftsschulen aus – ein Trend, der sich besonders in Norderstedt, aber auch in weiten Teilen Schleswig-Holsteins zeigt und die Diskussion über die künftige Schullandschaft erfordert.

Zum einen ist Aufklärung nötig. Den Eltern muss stärker als bisher ins Bewusstsein gerückt werden, dass der Besuch einer Gemeinschaftsschule ohne eigene Oberstufe mit dem Mittleren Abschluss nicht das Ende der Schulkarriere bedeuten muss. Bei guten Leistungen ist der Übergang in eine gymnasiale Oberstufe möglich, in Norderstedt in den beiden Schulzentren sogar unter einem Dach. Das Berufsbildungszentrum, gleich neben Lessing-Gymnasium und Gemeinschaftsschule Friedrichsgabe im Schulzentrum Nord, bietet ebenfalls die Chance auf Fachabitur und Abitur. Auch nach einer Ausbildung gibt es viele Chancen, sich weiterzubilden und Karriere zu machen.

Zum anderen stellt sich die Frage, ob Gemeinschaftsschulen grundsätzlich mit einer Oberstufe ausgestattet werden sollten, um attraktiver zu werden. Die Statistik des Landes und die Willy-Brandt-Schule in Norderstedt zeigen konstante Anmeldezahlen für diese Form der Gemeinschaftsschulen. Daher ist der Vorschlag, in Norderstedt ein Oberstufenzentrum einzurichten, eine Diskussion wert.

Schließlich bleibt noch der Griff in den ganz großen Bildungstopf: Die „Einheitsschule“ oder „Eine Schule für alle“, von der Linkspartei seit Langem gefordert und der SPD nicht grundsätzlich unangenehm, könnte das bisherige zweigliedrige Schulsystem im Norden ersetzen. Zumal die Schülerzahl auf Dauer sinkt.