Norderstedt
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Die faulen Witze des Comedian Frank Fischer

Viele von Frank Fischers Sprüchen waren alles andere als flott

Viele von Frank Fischers Sprüchen waren alles andere als flott

Foto: Heike Linde-Lembke

Der Comedian kam mit seinem Programm „Angst und andere Hasen“ ins Norderstedter Kulturwerk – und vergriff sich manchmal im Ton.

Norderstedt.  Er ist ja eine Plaudertasche! Und kündigt auch noch an, dass es seicht wird: „Heute Abend wird es albern“, sagt Frank Fischer, als er, nur mit einem Mikofron bewaffnet, auf die Bühne des großen Saals im Norderstedter Kulturwerk tritt und vor nur 100 Zuschauerinnen und Zuschauern seine kleinen Witze ablässt.

„Hasen und andere Ängste“ nennt der Mann sein Programm, das er in der Kleinkunstreihe präsentieren darf, die Comedian Marcel Kösling mit dem städtischen Kulturbüro organisiert. Fischer, der bereits 18 Comedy-Preise abräumte, darunter den Hamburger Comedy-Pokal, kommt von Flugangst, Angst vor Menschen in der Bahn, vor Märchen und Ärzten zur Angst vorm Älterwerden und weiteren merkwürdigen Phobien.

„Man redet Blödsinn, und merkt es nicht“, witzelt Fischer, und tritt von 20 bis 22 Uhr abzüglich Pause auch gleich den Beweis an. Als Kind hatte der Mann Angst vor Peter Maffay. Und macht den Rockstar erst einmal nach. Das kann er. Auch Dialekte gehen ihm locker von der Zunge.

Aber warum hatte er Angst vor dem Mann aus Rumänien? Weil er als Kind Angst vor Vampiren hatte, und die kämen aus dem gleichen Land wie Maffay. Aha. Auch Bata Illic packt er in die Vampir-Ecke: „Der hat sehr lange Eckzähne.“ Soso. Fischers Einordnung der Menschen nach Nationen und Herkunft ist gewöhnungsbedürftig. Beispielsweise seine Überlegungen zur Milchhaut auf Kakao, von der er zum Staatsbesuch von Barack Obama kommt mit dem Fazit „Igitt, ich hasse schwarze Haut!“ Das ist Rassismus und hat auf einer städtischen Bühne nichts zu suchen. Auf anderen auch nicht.

Frank Fischer weiß auch, seit wann er älter wird. „Man wird immer häufiger gesiezt, ich werde nur noch gesiezt“. Was liegt näher, thematisch zu schwer zu erhaltenen Arztterminen zu kommen. Deshalb hat er sich das medizinischtechnische Equipment zugelegt, und lädt Zuschauer ein, sich deren zu bedienen.

Er schwadroniert über Männer mit langen Bärten und alte Frauen im Altersheim, Autofahren und Radiosender, über Leute, die in der Bahn im Ruheabteil telefonieren oder samt Familie ein Fress-Happening veranstalten inklusive Äpfel, weil es beim Hineinbeißen so laut schmatzt. Da hat er recht, das ist eklig. Wie immer bei Comedians hält auch Frank Fischer direkten Kontakt mit dem Publikum. Bis ihm einer aus der zweiten Reihe die Pointe versaut. Aber damit kann Frank Fischer umgehen. Und das ist ja auch schon was.