Norderstedt
Kaltenkirchen

Technologiekonzern will Standort aufgeben

Stiller Protest am Werkstor in Kaltenkirchen: Die Entscheidung, den Standort zu schließen, sei in der Konzernzentrale in den USA gefallen und vermutlich nicht mehr rückgängig zu machen, sagt IG Metall-Sekretär Gunnar Reichwaldt

Stiller Protest am Werkstor in Kaltenkirchen: Die Entscheidung, den Standort zu schließen, sei in der Konzernzentrale in den USA gefallen und vermutlich nicht mehr rückgängig zu machen, sagt IG Metall-Sekretär Gunnar Reichwaldt

Foto: Danfoto

60 Angestellte und 20 Leiharbeiter von Laird Technologies haben Angst um ihre Jobs – das Unternehmen will nach Tschechien ziehen.

Kaltenkirchen.  Die Fahne mit dem Schriftzug des Unternehmens flattert auf Halbmast, ein schwarzes Kreuz und Plakate hängen am Zaun des Betriebsgeländes an der Borsigstraße in Kaltenkirchen. „Gier – wo bleiben wir?“ ist darauf zu lesen. Und: „Wir lassen nicht locker.“ 60 Angestellte und 20 Leiharbeiter des Unternehmens Laird Technologies haben Angst um ihre Jobs.

Völlig überraschend hat der Technologiekonzern angekündigt, den Standort in Kaltenkirchen bis Ende des Jahre zu schließen und nach Tschechien zu verlagern.

„Die Stimmung ist am Boden, aber kämpferisch“, sagt IG Metall-Sekretär Gunnar Reichwaldt. Nachdem das Unternehmen Verhandlungen über Interessenausgleich und einen Sozialplan für gescheitert erklärt hatte, will die Gewerkschaft jetzt in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeber einsteigen. Damit kann sie auch zu Streiks aufrufen. „Die Zeichen stehen jetzt auf Sturm“, sagt Reichwaldt. Die Belegschaft sei durchweg gewerkschaftlich organisiert.

Die Entscheidung, den Standort zu schließen, sei in der Konzernzentrale in den USA gefallen und vermutlich nicht mehr rückgängig zu machen, sagt Gunnar Reichwaldt. Jetzt gehe es darum, das Beste für die Beschäftigten herauszuholen.

Für viele Beschäftigte könnte die Schließung der Beginn ihrer Arbeitslosigkeit bedeuten. „Die Kollegen sind hochspezialisiert“, sagt der Gewerkschafter. Jobs für sie zu finden, sei schwierig. Außerdem seien viele Beschäftigte älter und damit auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt.

Die Firma produziert Kühlaggregate für den Hochtechnologiebereich. Im Jahr 2011 wurde das Familienunternehmen Klüver-Aggregatebau von dem US-Konzern Laird Technologies gekauft. Damals arbeiteten am Standort Kaltenkirchen 35 Mitarbeiter.

Besonders empört sind viele Mitarbeiter, weil das Unternehmen die Verlegung beschlossen hat, obwohl es in Kaltenkirchen „schwarze Zahlen“ schreibe.

Die Geschäftsleitung war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.