Norderstedt
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Fäden der Katholiken laufen bei ihr zusammen

In unserer Serie Menschen in der Kirche stellen wir heute Anne Surges-Renner vor, die Vorsitzende des Gemeindeteams von St. Hedwig

Norderstedt.  In der katholischen Kirche ist das Ehrenamt gefordert. Das ist nicht erst seit dem Zusammenschluss der drei Gemeinden St. Hedwig, St. Annen und Heilige Familie so. Seit in Norderstedt kein Pfarrer mehr wohnt, wird dies immer deutlicher. Vor Ort sind nun Themenverantwortliche für einzelne Bereiche des Gemeindelebens aktiv, sei es für Öffentlichkeitsarbeit, Caritas, Senioren, Jugend oder Musik. Etwa 30 gibt es davon in St. Hedwig, berichtet Anne Surges-Renner. Sie ist die Vorsitzende im fünfköpfigen Gemeindeteam, bei dem die Fäden der Gemeinde zusammenlaufen.

Die 67-Jährige sieht sich im Team als Gleiche unter Gleichen. Eine müsse eben den Vorsitz übernehmen, und da sie keine Probleme damit habe, auch vor einer größeren Zahl an Menschen zu reden, sei sie es geworden. Surges-Renner ist mittlerweile Rentnerin, Mutter zweier Töchter und seit Kurzem stolze Oma. Für die Gemeinde hat sie viel Zeit, und die braucht sie auch. Denn sie ist auch noch Mitglied im Pastoralrat der gesamten Pfarrei, die sich von Langenhorn bis nach Henstedt-Ulzburg erstreckt. Im Pastoralrat wird das besprochen und entschieden, was alle gemeinsam betrifft.

Wichtig ist es, für jeden in der Gemeinde den richtigen Ansprechpartner zu finden

Schon auf Gemeindeebene gibt es viel zu tun. Es sind viele kleine Dinge, die zum Gelingen vor Ort beitragen. Ob es um Fahrradständer geht oder einen Behindertenparkplatz, ob es die Koordinierung der Besuche für die Krankenkommunion ist oder das Kaffeekochen für die Gespräche nach der Sonntagsmesse. „Es kommt darauf an, das Ohr in der Gemeinde zu haben“, sagt Surges-Renner. „Sonntags nach dem Gottesdienst treffen wir uns und werden auch angesprochen.“ Dann müssen sie Artikel aus dem Pfarrbrief erläutern oder auch einmal erklären, warum in St. Hedwig nun die Vorabendmesse am Sonnabend weggefallen und die Messe am Sonntag auf 11.30 Uhr verschoben werden musste. Beides sei nicht einfach für die Gemeinde, aber notwendig aufgrund der verringerten Zahl an Priestern, erklärt Surges-Renner.

Das Gemeindeteam bemühe sich, für jeden, der in die Gemeinde kommt, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Gerade der Kontakt mit neu zugezogenen Katholiken sei wichtig, schließlich sei die Kirche in der Diaspora nicht so sichtbar wie anderenorts, beispielsweise in der ursprünglichen Heimat von Surges-Renner. „Ich bin rheinisch-katholisch“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. In ihrer Jugend war der Besuch der Messe Pflichtprogramm, später habe sie sich von der Kirche entfernt, aber durch ihren ganz besonderen Beichtvater in Münster sei sie immer wieder geerdet worden.

In der Stadt Norderstedt, wo sie seit fast 30 Jahren lebt, habe sie durch die Kinder in die Arbeit der Gemeinde hineingefunden, hat zunächst die Kinder auf die Erstkommunion und später Jugendliche auf die Firmung mit vorbereitet. Anne Surges-Renner betont: „Ich engagiere mich gerne. Ich kann Zeit schenken, das ist ein großes Glück.“