Norderstedt
Schröters Wochenschau

Mit dem Riverbus von Bad Bramstedt in die City

Immer noch großes Diskussionsthema in Norderstedt: Parkgebühren für Fahrräder, die im neuen Radparkhaus abgestellt werden – während eine Etage tiefer Automobile gratis parken. Ich prophezeie, der Schrei nach Gerechtigkeit wird Gehör finden. Am Ende gibt’s Gebühren für alle. In einer Höhe, die jedem die Sprache verschlägt. Dann ist Ruhe.

Wenigstens existiert bald eine weitere Verkehrsalternative. In Hamburg fährt demnächst der „Riverbus“. Sieht aus wie ein Omnibus, rollt wie einer, schwimmt aber auch im Wasser, letzteres mit stattlichen 12 km/h. Die Betreiber wollen damit eine kombinierte Land/Fluss-Hafenrundfahrt anbieten. Das wird putzig, wenn auf Höhe Fischmarkt ahnungslose Binnenland-Touris den Türöffnungsknopf betätigen, um besser fotografieren zu können. Andererseits fände der Fahrer dann Gelegenheit zur zweifellos originellsten Durchsage in der Geschichte des Öffentlichen Nahverkehrs: „Verehrte Passagiere, wir sinken. Bitte steigen Sie um in die Rettungsbusse.“ Keine da? Blubb blubb. Da bleibt nicht mal die Zeit für ein Selfie.

Ich finde, für touristische Hafenrundfahrten ist der „Riverbus“ völlig verschwendet. Warum kein Einsatz im Linienverkehr? Ich sähe gern die Riverbus-Berufspendlerfahrt Bad Bramstedt-Hamburg City: Start unter dem Roland, rein in die Bramau, über die Stör in die Elbe, Landungsbrücken raus aus dem Fluss, Endstation ZOB. Bei 12 km/h im Wasser ist man immer noch dreimal schneller als die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der A 7.

Vielleicht sollten Norderstedter Autofahrer auch privat auf einen eigenen „River-Pkw“ umsteigen, falls demnächst überall Parkgebühren in astronomischer Höhe anfallen. Während des Einkaufbummels, Kinobesuchs oder Arzttermins dümpelt die Amphibienkarre dann kostenfrei im Stadtparksee. Die Moorbek wird zum begehrten Drive-in-Parkplatz mit Naherholungswert. Und am Wochenende ginge es nicht an die Ostsee, sondern direkt in dieselbe. Eine kostspielige Fehmarnbelt-Querung bräuchte keiner mehr, ebenso wenig wie einen weiteren Elbtunnel oder eine neue Rader Hochbrücke.

Und vom dafür gesparten Steuergeld bauen wir dann Gratis-Parkhäuser für Radler – Gerechtigkeit muss sein.