Norderstedt
Diskussion

Er kämpft für eine Ende deutscher Waffenexporte

Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Jan van Aken, hier am Hamburger Dammtorbahnhof beim Warten auf den Zug nach Berlin

Foto: Roland Magunia

Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Jan van Aken, hier am Hamburger Dammtorbahnhof beim Warten auf den Zug nach Berlin

Der gebürtige Reinbeker und Doktor der Biologie, Jan van Aken, spricht am Montag im Norderstedter Rathaus und diskutiert mit Bürgern.

Norderstedt..  Der gebürtige Reinbeker und Doktor der Biologie, Jan van Aken, kämpfte für Greenpeace gegen die Gentechnik und als UN-Inspekteur gegen Biowaffen. Heute ist van Aken ein wichtige Stimme in den Diskussionen um die deutsche Außenpolitik. Der Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke und außenpolitische Sprecher seiner Partei hat über die Arbeit im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages das Thema Waffen an die erste Stelle seiner Agenda gesetzt.

Seit Jahren kämpft er für ein Ende deutscher Waffenexporte und wendet sich insbesondere gegen die Ausfuhr sogenannter Kleinwaffen. "Mittlerweile ist allen klar, dass die Exportkontrolle in Deutschland nicht funktioniert", sagte van Aken am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Einen echten Rückgang der Waffenexporte wird es nur mit klaren gesetzlichen Vorgaben geben." Er forderte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf, sich dazu durchzuringen, wenigstens die Kleinwaffenexporte generell zu verbieten.

Zu den Kleinwaffen gehören unter anderem Maschinenpistolen, Handgranaten und tragbare Raketenwerfer. Sie fordern weltweit die meisten Todesopfer und sorgen bei der Bevölkerung für Angst, Schrecken und Flucht.

Trotz gegenteiliger Versprechungen der Bundesregierung gelangten laut van Aken 2015 mehr deutsche Waffen in Krisenregionen als jemals zuvor. "Wie ist es möglich, dass sich diese Waffen in Syrien oder dem Irak bei gleich mehreren Konfliktparteien finden?" Diese und ähnliche Fragen wird Jan van Aken am Montag im Plenarsaal des Rathauses mit Norderstedter Bürgern diskutieren. "Flucht hat Ursachen!" ist der Titel des Abends, der sich um die Hintergründe der Flüchtlingskrise drehen soll und um die Mitverantwortung deutscher Außen- und Wirtschaftspolitik.

Dabei spielen für van Aken auch viele andere Aspekte neben den Waffenexporten ein gewichtige Rolle. Etwa der von westlichen Industrienationen ausgelöste Klimawandel, die Überschwemmung afrikanischer Märkte mit hochsubventionierten Lebensmitteln aus der EU oder auch die skrupellose Ausbeutung von Bodenschätzen in Entwicklungs- und Schwellenländern. "Je genauer man hinsieht, desto weniger finden sich Fluchtgründe, an denen die Bundesregierung nicht beteiligt ist – von der unheilvollen Rolle Deutschlands bei der Aufrüstung des Nahen Ostens und den militärischen Interventionen dort ganz abgesehen."

Jan van Aken am Montag, 22. Februar, um 19 Uhr iim Plenarsaal des Rathauses. Der Eintritt ist frei.

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