Norderstedt
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Amnestie für alte Gefahrenhunde

Das Norderstedter Ordnungsamt informiert über das seit Jahresbeginn geltende Hundegesetz

Norderstedt. Seit Jahresbeginn gilt es das im Amtsdeutsch als HundeG bezeichnete neue Gesetz über das Halten von Hunden. Das Ordnungsamt Norderstedt hat die wichtigsten Regelungen für die Bürger zusammengefasst.

Grundsätzlich gilt weiterhin die Leinenpflicht in Fußgängerzonen, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln. Nichts verloren haben Hunde in Kirchen, Theatern, Badeanstalten oder auf Kinderspielplätzen. Das Tier muss immer ein Halsband oder eine ähnliche Kennzeichnung tragen, mit der der Hundehalter ermittelbar ist. Es gilt das Verbot, Hunden eine gesteigerte Aggressivität anzutrainieren. Hundekot muss immer und unverzüglich entsorgt werden.

Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen elektronisch gekennzeichnet werden. Der Tierarzt setzt dafür einen Mikrochip unter der Haut des Hundes ein. Der Hundehalter soll für sein Tier eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme von 500.000 Euro für Verletzungen von Personen und 250.000 Euro für Schäden abschließen. Das bedeutet: Wer die Möglichkeit hat, muss seinen Hund versichern. Nur in begründeten Härte-Fällen wird eine fehlende Versicherung nicht geahndet. Für Besitzer von als gefährlich eingestuften Tieren besteht ausnahmslos die Pflicht eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Die bisherige Rasseliste gefährlicher Hunde wird abgeschafft. Künftig werden Hunde als gefährlich eingestuft, wenn sie auffällig geworden sind, zum Beispiel, weil sie Menschen oder Tiere verletzt haben oder unkontrolliert Tiere hetzen oder reißen. Einzig aufgrund ihrer Rasse dürfen Hunde nicht mehr als gefährlich eingestuft werden. Für Hunde, die auf Basis der Rasseliste als gefährlich eingestuft waren, wird die Stadt Norderstedt die Einstufung in ihrem Zuständigkeitsbereich widerrufen.

Parallel dazu wird eine Amnestie-Regelung für sonstige, als gefährlich eingestufte Hunde, neu geschaffen. Die zuständige Behörde kann auf Antrag des Halters feststellen, dass die Gefährlichkeit eines Hundes nicht mehr vorliegt. Der Antrag kann frühestens zwei Jahre nach Feststellung der Gefährlichkeit des Hundes und ein Jahr nach bestandenem Wesenstest gestellt werden.

Wenn ein Hund beißt, Menschen oder andere Tiere angreift, kann er von der zuständigen Ordnungsbehörde als gefährlich eingestuft werden. Die Halter dieser Hunde benötigen dann eine Erlaubnis. Damit der Halter seinen Hund behalten darf, muss er in diesem Fall einen Hundeführerschein machen: eine praktische und theoretische Sachkundeprüfung. Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Zuständig für Fragen ist Daniela Tanger im Amt für Ordnung und Bauaufsicht unter 040/ 535 95 111.