Norderstedt
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Sie lässt sich von den Orgeln faszinieren

Rina Sawabe Rina Sawabe stammt aus Japan und hat im Januar 2016 ihre erste Vollzeitstelle als Kirchenmusikerin angetreten

Rina Sawabe Rina Sawabe stammt aus Japan und hat im Januar 2016 ihre erste Vollzeitstelle als Kirchenmusikerin angetreten

Foto: Helge Buttkereit

In unserer Serie Menschen in der Kirche stellen wir heute die neue Harksheider Kirchenmusikerin Rina Sawabe aus Japan vor.

Norderstedt.  Zwei Jahre wollte die Japanerin Rina Sawabe in Freiburg Klavier studieren und dann zurückkehren in ihre Heimat. Das war vor zehn Jahren. Die Christin ist immer noch in Deutschland; und das hat mit ihrer Religion zu tun. In der Heimat sind die Christen in der Minderheit, nicht einmal ein Prozent der Japaner bekennt sich zu Jesus Christus. „Meine Gemeinde in Japan ist sehr klein, sie besteht hauptsächlich aus meiner Familie“, sagt sie.

Eine Kirche gebe es nicht, nur ein Zimmer habe die Gemeinde gemietet. Da ihre Mutter Klavierlehrerin ist und sie selbst bereits mit drei Jahren Klavierunterricht nahm, begleitete sie die Gemeinde im Gottesdienst. Und als die heute 34-Jährige nach Deutschland kam, wollte sie als Christin auch den Gottesdienst besuchen. Das änderte all ihre Pläne.

„Ich bin jeden Sonntag in den Gottesdienst gegangen und habe die Orgel gehört“, erzählt sie. „Damals habe ich gar nicht verstanden, was der Pastor sagte. Deutsch konnte ich nicht. Aber ich hatte Spaß, die Musik zu hören.“ Und die hat sie fasziniert. „Ich habe da auch zum ersten Mal mitbekommen, dass man improvisieren kann“, sagt sie. „In Japan gibt es das nicht.“

Rina Sawabe nahm Orgelunterricht. Und nach dem Klavierstudium schloss sich ein B-Kirchenmusikstudium an, das zum hauptamtlichen Dienst in der Gemeinde qualifiziert.

Rina Sawabe würde gerne Posaune lernen

Nebenbei spielte sie in Freiburg in einer katholischen und später auch einer evangelischen Kirche Orgel sowie Konzerte im Freiburger Münster und konnte so das Studium finanzieren. Zudem leitete sie einen Kirchenchor und baute einen deutsch-japanischen Chor auf. Vor gut zwei Jahren wechselte sie nach Hamburg, um sich im A-Studium weiter zu qualifizieren.

„Ich bin nicht in Deutschland aufgewachsen und kenne nicht so viel Kirchenmusik“, sagt sie. „In Hamburg wollte ich noch mehr kennenlernen.“ Nebenbei arbeitete sie wiederum als Organistin, diesmal in der Paul-Gerhardt-Kirche in Winterhude. Und da sie gegen Ende des vergangenen Jahres das Studium erfolgreich abschließen konnte, kam ihr die Stelle in Harksheide gerade recht. Denn nach dem Abschied des langjährigen Kirchenmusikers Werner Sagner und dem Scheitern der ersten Bewerbungsphase im Spätsommer wurde die Stelle erneut ausgeschrieben. Sawabe bewarb sich, überzeugte die Gemeinde und konnte am vergangenen Sonntag bereits ihren ersten Gottesdienst in der Falkenbergkirche begleiten. Ihr erster Eindruck: „Die Gemeinde hat sehr gut mitgesungen.“

Neben dem Orgelspiel im Gottesdienst warten nun viele weitere Aufgaben auf die Kirchenmusikerin. So wird sie den Chor übernehmen und auch einen Kinderchor aufbauen. Was genau sie plant, weiß sie noch nicht. Ein wenig hat sie zwar von ihrem Vorgänger erfahren, mit dem sie sich einmal getroffen hat, vor allem möchte sie aber selbst sehen und hören, was in Harksheide musikalisch läuft. Ganz neu für sie ist der Posaunenchor, den Werner Sagner vor einigen Jahren wieder begründet hat. Ein Blasinstrument spiele sie derzeit noch nicht, bekennt Sawabe und schiebt gleich nach: „Ich würde gerne Posaune lernen.“

Am 24. Januar wird Rina Sawabe im Gottesdienst im Albert-Schweitzer-Haus um 10.30 Uhr im Beisein aller drei Pastorinnen und Pastoren der Gemeinde offiziell vorgestellt.