Norderstedt

Norderstedt prüft Umbau des Rathausmarktes

Die Stadt will das Holperpflaster auf dem Norderstedter Rathausmarkt verbessern

Die Stadt will das Holperpflaster auf dem Norderstedter Rathausmarkt verbessern

Foto: Michael Schick

Neues Pflaster, neue Gestaltung, neue Gastroflächen: Alle Pläne und Kosten für die Neugestaltung sollen auf den Tisch kommen.

Norderstedt.  Jetzt kommt Bewegung in die Diskussion um die Neugestaltung des Rathausmarktes. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat am Donnerstag einstimmig die Prüfung der großen Lösung für den Rathausmarkt beschlossen. Die Stadt muss nun in den nächsten Monaten Pläne für eine mögliche Neukonzeptionierung des zentralen Platzes erarbeiten und die Kosten dafür ermitteln.

Es wird also nicht nur um die Neuverlegung oder Sanierung des schwer begehbaren Kopfsteinpflasters gehen. Die grundsätzliche Neugestaltung soll angedacht und kalkuliert werden.

„Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entscheidung“, sagt Klaus-Peter Schroeder, Fraktionschef der FDP. Die Liberalen waren es, die sich in den Haushaltsberatungen damit durchsetzten, dass 50.000 Euro Planungskosten für den Rathausmarkt eingestellt wurden. Und die FDP hatte gleich in der ersten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im neuen Jahr beantragt, Einigkeit zwischen Politik und Verwaltung über Planung, Finanzierung und Zeitplan der Umgestaltung des Marktes zu erzielen. „Nach zehn Jahren der Diskussion wollen wir, dass in den nächsten zwei Jahren eine Lösung umgesetzt wird“, sagt Schroeder. „Egal, ob die komplette Umgestaltung samt Sanierung der Tiefgarage oder auch nur eine kleine Maßnahme, wie das Neuverfugen des Kopfsteinpflasters.“

„Der gesamte Platz muss aufgewertet werden“

Dass die Verwaltungsspitze im Rathaus in den vergangenen Jahren das Thema Rathausmarkt nicht anfassen wollte, liegt an den zu erwartenden Kosten. Gutachten aus dem Jahr 2013 sprechen von mindestens zwei Millionen Euro, die es kosten würde, das undicht gewordene Dach der Tiefgarage zu sanieren. Die Neuverlegung eines Pflasters auf dem Rathausmarkt würde mindestens eine Million Euro kosten. Keinen Sinn würde es indes machen, den Rathausmarkt umzugestalten und Jahre später wieder aufzureißen, wenn die Sanierung der Tiefgarage unumgänglich wird. „Bei einer großen Lösung, inklusive Sanierung und Neugestaltung, käme vielleicht ein zweistelliger Millionenbetrag zusammen“, sagt Arne-Michael Berg von der CDU-Fraktion. „Wenn alle Zahlen vorliegen, muss die Politik entscheiden, ob es das wert ist oder ob wir das Geld woanders nicht dringender brauchen.“

Berg ist aber davon überzeugt, dass auf dem Rathausmarkt etwas geschehen muss. „Der gesamte Platz muss aufgewertet werden. Wir brauchen hier mehr Leben“, sagt Berg. Die rund um den Platz gebauten Hochbeete könnten verschwinden, was den Platz zu den Läden und zur Gastronomie öffnen würde. Ein Biergarten für das neue Brauhaus Hopfenliebe könnte so im Sommer entstehen. Um Tische und Stühle aufstellen zu können und um Gehbehinderten oder Eltern mit Kinderwagen das sichere Überqueren des Marktes zu ermöglichen, müsse das absolut unfachmännisch verlegte Kopfsteinpflaster neu verfugt oder komplett ersetzt werden, so Berg. „Das kann aber alles nur vorbehaltlich der Zustimmung durch den Rathaus-Architekten Rolf Griesenberg geschehen. Der hat nämlich das Urheberrecht“, sagt Berg.

Den Platz völlig neu aufrollen

Der Ahrensburger Architekt erklärt das unfachmännisch verlegte Pflaster auf dem Markt als gewolltes Stilmittel: „Wir haben historisches Kopfsteinpflaster aus Garstedt uneben und grob verfugt verlegt, um Ursprünglichkeit herzustellen. So haben wir Architekten das eben in dieser Zeit gemacht“, sagt Griesenberg. Dem Wunsch nach einer Neugestaltung, gemäß den Bedürfnissen der Norderstedter im 21. Jahrhundert, versperrt sich Griesenberg nicht. Im Gegenteil – er hat bereits Ideen entwickelt: „Man kann den Platz völlig neu aufrollen. Wir könnten die umgestaltete Fläche mit Platten auslegen. Man könnte zusätzliche Gebäuderiegel planen. Ich bin sehr gespannt, welche Pläne in Norderstedt entwickelt werden.“

Rajas Thiele, Chef der Mehrzwecksäle Norderstedt und der Hopfenliebe, begrüßt, dass Politik und Verwaltung das Thema aufgreifen. „Wir hören laufend die Klagen der Bürger über den Rathausmarkt.“ Ein Hopfenliebe-Biergarten auf dem Platz wäre wünschenswert. „Momentan haben wir nur Sitzplätze unter den Arkaden, da ist im Sommer um 16 Uhr die Sonne weg.“

Thiele möchte, dass ein Konzept für den Rathausmarkt entwickelt wird, von dem das ganze Quartier profitiert. Ihm schwebt vor, weitere Gastwirte und Händler für ein kontinuierliches Angebot auf dem Rathausmarkt zu gewinnen. „Ich könnte mir Themenwochen vorstellen, zu denen es in mobilen Bauten auf dem Platz Angebote gibt. Beispiel: Die Bar Lenci’s Drinx macht exotische Cocktails und Hermann Touristic verkauft Karibik-Trips dazu. Oder wir machen gemeinsam mit der Rathaus-Apotheke was zu gesundem vegetarischen Essen.“ Für den Wochenmarkt am Donnerstag müssten die Mobilbauten dann wieder beiseite geschafft werden, sagt Thiele.

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