Norderstedt
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Stadtmuseum stellt alte Kunsthandwerke aus

Marlen von Xylander mit einem der Highlights der Ausstellung: einem historischen Kleid aus Friedrichsgabe

Marlen von Xylander mit einem der Highlights der Ausstellung: einem historischen Kleid aus Friedrichsgabe

Foto: Heike Linde-Lembke

Die Exponate reichen von historischen Kleidern bis zu antiken Puppenstuben. Auf die Besucher warten zudem Aktionen zum Mitmachen.

Norderstedt.  Was für unsere Großeltern selbstverständlich war, ist heute eine Kunst. Das Sticken, Häkeln, Nähen und Stricken. Was ist Hardanger-Stickerei? Warum wurde die Richelieu-Stickerei nach dem Kardinal aus dem 16. Jahrhundert benannt? Wozu werden Klammerschürzen benutzt? Was ist eine Kaffeemütze, und woher kommt der Spruch „Aus dem Nähkästchen plaudern“?

Das Norderstedter Stadtmuseum zeigt in der Ausstellung „Robuste Socken, feine Spitze, coole Mützen“ viele Exponate von der vorigen Jahrhundertwende bis heute, die zeigen, mit welcher Sorgfalt Kleidung und Wohn-Accessoires angefertigt wurden. Der Titel der Schau wird den historischen Exponaten allerdings kaum gerecht.

„Das Handarbeiten ist ein Handwerk, das früher notwendige Arbeit war, heute ist es ein Freizeitvergnügen“, sagt Marlen von Xylander, Kuratorin der Schau. Als Kernstück der Ausstellung brachte sie ein historisches Kleid aus Norderstedts Ursprungsdorf Friedrichsgabe in die Ausstellung. Das Kleid erinnert an eine Schenkung von 740 Reichstalern, die der dänische König Friedrich VI. der „Armen-Siedlung auf dem Heideland in der Harkesheyde“ per Schenkungsbrief vom 19. September 1821 überreichte. Auf Anweisung des Königs erschienen die Fried­richsgaber „in wollener gleich-förmiger Bekleidung aus dem Produkt eigener Kolonie-Schafe von den Kolonisten selbst gesponnen und gewebt“.

Die meisten Exponate lieh die Textilsammlerin Renate Fock dem Stadtmuseum. Sie zeigt Puppenstuben und -wagen, das Interieur einer Nähstube, alte Handarbeitsbücher und Schmuckknopf-Sammlungen, eine Aussteuertruhe mit edlen Leinenstücken, Patchwork, Webrahmen und Posamentenbücher, in denen nicht nur Borten und Litzen gesammelt, sondern auch Stickerei-Techniken dokumentiert wurden. Die Ausstellung lädt zum Mitmachen ein. In einer Stopfecke können die Besucher die Löcher in ihren Strümpfen stopfen oder an einem der Workshops während der Ausstellungszeit teilnehmen.

Die Ausstellung ist bis 31. Januar, mittwochs bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr, im Stadtmuseum am Friedrichsgaber Weg 290 zu sehen. Eintritt fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro für Erwachsene, Kinder bis zu zwölf Jahren haben freien Eintritt. Das Museumsticket gilt auch fürs benachbarte Feuerwehrmuseum Schleswig-Holstein.Workshop in der Ausstellung: Socken-Strick-Kursus am Mittwoch, 16. Dezember, 16 bis 18 Uhr, Anmeldung unter Telefon 040/30 98 56 91.