Norderstedt
Stadtentwicklung

Norderstedt-Mitte soll ins Grüne wachsen

Foto: HCFriedel

Plambeck baut 87 geförderte Wohnungen, Stadtwerke erweitern und die drei Hektar große Wiese an der Ulzburger Straße wird bebaut.

Norderstedt.  Das Stadtzen­trum wird komplettiert. Die freien Flächen in Norderstedt-Mitte zwischen Rathausallee, Ulzburger Straße, Rüsternweg und den U-Bahn-Gleisen werden bebaut. Dabei geht es um drei Projekte: Die Stadtwerke brauchen mehr Platz und wollen ihr Betriebsgebäude aufstocken. Direkt neben und hinter dem Busbahnhof baut Plambeck 87 öffentlich geförderte Wohnungen, auf dem Areal zwischen Heidbergstraße und Rüsternweg sollen Dienstleister angesiedelt und Wohnungen gebaut werden.

Die drei Hektar große Fläche zwischen Heidbergstraße und Rüsternweg ist das letzte große unbebaute Areal in Norderstedt-Mitte. Jahrelang schlugen Zirkusse auf der Wiese zwischen dem Rechenzentrum am Buchenweg und dem Vitalia-Gesundheitszentrum ihre Zelte auf, führten Hundebesitzer hier ihre Tier Gassi. Nun gibt es einen gültigen Bebauungsplan mit der Nummer 314. Für den nördlichen Teil schlagen die Planer eine Mischnutzung vor, Büros, Dienstleister und Gesundheitsanbieter im Anschluss an das nahe Ärztehaus. Wohnen soll hier eine untergeordnete Rolle spielen, dafür aber den Schwerpunkt im südlichen Bereich bilden. Wegen der guten Lage und der Nähe zu U-Bahn und Bussen an der Station Norderstedt-Mitte sollen hier Wohngebäude mit drei bis vier Geschossen entstehen.

Nördlich der Heidbergstraße wollen die Stadtwerke den Teil ihres Betriebsgebäudes, der sich von Süden an das schon zweigeschossige Rechenzentrum mit Kellergeschoss anschließt, aufstocken. „Wir haben einfach nicht mehr ausreichend Räume für die Mitarbeiter und die wachsenden Anforderungen, wobei man Stadtwerke und wilhelm.tel als Einheit sehen muss“, sagt Axel Gengelbach, Leiter der Stadtwerke. Die Zahl der Beschäftigten sei in knapp 20 Jahren von 260 auf 400 gestiegen, und Gengelbach geht davon aus, dass es noch mehr werden können.

Auslöser sei die Digitalisierung. „Früher ist der Elektriker mit Schraubenzieher und Spannungsprüfer losgezogen, heute ist er mit dem Laptop unterwegs und braucht einen Raum, in dem er die Messdaten in Ruhe eintragen und bearbeiten kann“, sagt der Werkleiter. Es gebe für alle Aufgaben und Leistungen Datenbanken, die gepflegt und aktualisiert werden müssten. Außerdem müssten neue Abläufe vorher bei den Stadtwerken oder bei wilhelm.tel getestet werden, bevor sie in der Praxis angewendet werden. Auch die Mitarbeiter, die die Einsätze für die Verlegung der Datenleitungen von wilhelm.tel planen, bräuchten mehr Platz. Und der IT-Bereich werde weiter wachsen. Zudem seien mehr Wasch-, Umkleide- und Sozialräume nötig.

In die Fläche kann der Energieversorger und Telekommunikationsanbieter nicht weiter wachsen, da direkt neben dem Betriebsgebäude der Gleisbereich beginnt. Und der U-Bahn-Deckel dürfe aus Sicherheitsgründen nicht bebaut werden. Sinnvoller ist aus Sicht der Bauherren ohnehin, in die Höhe zu bauen. In einem Schreiben an Baudezernent Thomas Bosse betont die Werkleitung die Dringlichkeit des Ausbaus: „Zum einen brauchen wir die Erweiterung schnellstmöglich für die optimale Arbeitsleistung unserer Mitarbeiter und um unsere Leistungen für die Norderstedter Bürger erbringen zu können. Zum anderen würde eine längere Wartezeit unser Wirtschaftsergebnis gefährden.“ Rund sechs Millionen Euro soll der Ausbau kosten, 500.000 Euro seien im Wirtschaftsplan 2016 für die Planung vorgesehen, je drei Millionen für die Bauarbeiten in den Jahren 2017 und 2018.

Nördlich an das Betriebsgebäude der Stadtwerke wird der Neubau von Plambeck angedockt. Vorgesehen sind zwei Kuben westlich und östlich der Gleise, die sich direkt an den ZOB anschließen. Sie werden mit einem frei schwebenden Mittelgang verbunden. „Wir wollen mit den öffentlich geförderten Wohnungen dazu beitragen, den dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu schaffen und dabei besonders Senioren ansprechen“, sagt Volker Heins von der Norderstedter Wohnungsgesellschaft. Gerade für Ältere sei die Lage mit direkter Verkehrsanbindung ideal.