Norderstedt
Winsen/Kisdorf

Trost spenden und Angehörige entlasten

Die Begegnungsstätte „Lebenswege“ bietet einmal im Monat ein Trauercafé für Jedermann an - hier plant Anngret Redecke mit den Leiterinnen Christa Koslowski und Birthe Limberg den nächsten Termin

Die Begegnungsstätte „Lebenswege“ bietet einmal im Monat ein Trauercafé für Jedermann an - hier plant Anngret Redecke mit den Leiterinnen Christa Koslowski und Birthe Limberg den nächsten Termin

Foto: Patrick Schwager

Das hat sich die DRK-Hospizgruppe Henstedt-Ulzburg und Umgebung zum Ziel gesetzt. Im Trauercafé tauschen sich Hinterbliebene aus.

Winsen/Kisdorf.  „Hospizarbeit heißt, dem Sterben seinen natürlichen Platz in unserem Leben zu geben und den Menschen einen würdevollen Abschied von dieser Welt zu ermöglichen“, sagt die Mitbegründerin der DRK-Hospizgruppe Henstedt-Ulzburg und Umgebung, Anngret Redecke. Zuwendung, Geborgenheit und Vertrauen stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

Wenn sie Anfragen von Krankenhäusern, Ärzten oder Privatpersonen erreichen, macht sie einen Erstbesuch, um die Menschen und deren Lebenssituation näher kennenzulernen. Anschließend entscheidet sie, welcher der 16 ehrenamtlichen Helfer für die Begleitung geeignet ist. Er oder sie besucht den Patienten regelmäßig, führt Gespräche, spendet Trost, entlastet die oft überforderten Angehörigen. „Einkaufen oder im Haushalt helfen, geben den Angehörigen die Chance, einmal durchatmen zu können. Außerdem führen wir mit ihnen Gespräche und versuchen, sie bestmöglich zu begleiten“, sagt Redecke – eine anspruchsvolle Aufgabe, die neben Fingerspitzengefühl eine stabile Psyche braucht. Die Ehrenamtlichen bauen zu ihren Patienten eine emotionale Bindung auf, die mit dem Tod ein Ende findet.

Supervisions-Angebote und fortlaufende Mitarbeiter-Treffen helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Auch die Angehörigen werden mit ihrer Trauer nicht allein gelassen: Jeden ersten Sonnabend im Monat bietet die DRK-Hospizgruppe in der Begegnungsstätte „Lebenswege“, Etzberg 59a, in Kisdorf Hinterbliebenen von 15 bis 17 Uhr die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und so neue Kraft zu tanken. „Das Trauercafé ist ein geschützter Raum, in dem sich zwischen fünf und acht Personen zusammenfinden“, sagt Redecke. Christa Koslowski und Birthe Limberg, beide ausgebildete Trauerbegleiter, leiten den Treffpunkt.

Seit mehr als 14 Jahren berät, informiert und begleitet die Gruppe nun schon Menschen aus Henstedt-Ulzburg und Umgebung. Durchschnittlich 20 Fälle im Jahr zeigen den hohen Stellenwert, den die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Region hat. Da sich die DRK-Hospizgruppe ausschließlich über Spenden finanziert, ist das Team auf Unterstützung angewiesen (Spendenkonto: Sparkasse Südholstein, IBAN: DE21 2305 1030 0039 0017 64, BIC NOLADE21SHO). Die DRK-Hospizgruppe Henstedt-Ulzburg und Umgebung ist unter der Telefonnummer 04191/95 80 92 zu erreichen.