Norderstedt
Tangstedt

Kämmerer fordert mehr Haushaltsdisziplin

Tangstedt kalkuliert seinen Haushalt mit einem großen Fehlbetrag

Tangstedt kalkuliert seinen Haushalt mit einem großen Fehlbetrag

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Tangstedt rechnet mit Fehlbetrag von 1.292.900 Euro. Finanzausschuss trifft sich am Mittwoch, 2. Dezember, in Itzstedt.

Tangstedt.  Die Gemeinde Tangstedt kalkuliert für das kommende Haushaltsjahr mit einem Fehlbetrag von 1,292.900 Euro, also mehr als doppelt so viel wie noch im laufenden Jahr. Dies geht aus dem Entwurf hervor, der am nächsten Mittwoch, 2. Dezember, im Finanzausschuss diskutiert wird. Die Sitzung findet ab 19.30 Uhr im Amtsverwaltungsgebäude in Itzstedt statt. Die dortige Verwaltung sieht das dicke Minus äußerst kritisch, wie Kämmerer Manuel Plöger in einem Schreiben deutlich machte. „Nach Paragraf 75 der Gemeindeordnung hat die Gemeinde ihre Haushaltswirtschaft so zu planen und zu führen, dass die stetige Erfüllung ihrer Aufgaben gesichert ist. Der Haushalt soll ausgeglichen sein.“

Mittelfristig gesehen rechnet das Amt nach jetzigem Stand auch für 2017 bis 2019 mit Fehlbeträgen von zusammengerechnet 1,849,800 Euro. Dann wäre die Liquidität der Gemeinde schon 2018 erschöpft beziehungsweise 2019, wenn eine bisher noch nicht berücksichtigte Ausgleichszahlung der Hamburger Stadtentwässerung hinzugezogen wird. „Von der Gemeinde Tangstedt müssen somit unverzüglich Konsolidierungsmaßnahmen ergriffen werden, um dieser Entwicklung gegenzusteuern“, so Manuel Plöger.

Damit die Kommunalaufsicht dem Etat überhaupt zustimmt, benötigt Tangstedt also mehr Einnahmen und muss zugleich weniger ausgeben. Ganz so einfach ist das aber nicht, erklärt Christoph Haesler (SPD), der den Vorsitz im Finanzausschuss kürzlich von Michael Kannieß (SPD) übernommen hat. „Nicht die Investitionen in die neue Kindertagesstätte oder die Schlichtwohnungen, sondern die laufenden Betriebskosten sind das Problem. Und da ist schlecht zu sparen. Das sind die Personalkosten in den Kitas, wo wir uns an den neuen Tarifvertrag halten müssen, und die Kosten für Straßensanierungen. Und es wurde die Kreisumlage erhöht.“ Die Fraktionen sollen nun jeweils Vorschläge machen.