Norderstedt
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Adolf Hitler befahl den rasanten Bau der SS-Kaserne

Der Führer sorgte bei einem Besuch in Hamburg höchstpersönlich dafür, dass der Bau der SS-Kaserne in Langenhorn vorankam. Immer wieder hatte SS-Standartenführer Karl-Maria Demelhuber den schleppenden Bau der Kaserne an der Tangstedter Landstraße beklagt. 44.000 Quadratmeter Weideland hatte das Reich 1937 der Hamburger Siemersstiftung abgekauft, doch das Material für den Bau kam nur nach und nach auf der Baustelle an. Die Fertigstellung im Jahr 1938 scheiterte. Erst im Juli 1938 standen genügend Geld, Holz und Beton zur Verfügung, nachdem Adolf Hitler die „Vollmotorisierung“ von Demelhubers Standarte Germania angeordnet hatte.

Gleichzeitig entstand für die SS-Männer auch der Schießstand mit Munitionsbunker auf den Flächen, die heute zu Norderstedt gehören. Nach anfänglichem Widerstand hatte der Harksheider Wilhelm Gehrkens die Fläche mit der Bezeichnung „Heide, das wilde Moor“ verkauft.

In der Kaserne, in der sich heute das Heidberg-Krankenhaus befindet, waren Unterkünfte für 1376 Mann. Hinzu kamen ein Wirtschafts- und ein Stabsgebäude, zwei Exerzierhallen, Stallungen für 16 Pferde, Reithalle sowie zwei Waffenmeistereien und Garagen.

Die Planungen hatten bereits 1935 begonnen, als die SS-Truppe noch in den Auswandererhallen auf der Veddel untergebracht war. Vor der Entscheidung für Langenhorn waren Flächen in Bahrenfeld, Fuhlsbüttel und Groß Borstel und Quickborn-Elsensee geprüft worden.

Die Langenhorner Standarte war an der Besetzung Österreichs, am Überfall auf Polen sowie an antijüdischen Pogromen beteiligt.