Norderstedt
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Das neue Gesicht für Harksheides Zentrum

So könnte der Harksheider Markt an der Ecke zur Straße Exerzierplatz in drei bis vier Jahren aussehen. Seniorenwohnungen sollen in dem Neubau unterkommen

So könnte der Harksheider Markt an der Ecke zur Straße Exerzierplatz in drei bis vier Jahren aussehen. Seniorenwohnungen sollen in dem Neubau unterkommen

Foto: Paloh Architekten

Baugenossenschaft Adlershorst plant am Harksheider Marktplatz ein Senioren-Wohnprojekt und den Neubau von 190 Wohnungen im Quartier.

Norderstedt.  Für den Harksheider Markt ist dieses Projekt so etwas wie ein Facelifting. Bis spätestens 2019 soll auf der Ecke zum Exerzierplatz eine beispielhafte Seniorenwohnanlage mit etwa 100 Wohnungen entstehen. Ein bis zu fünfstöckiges, modernes und helles Gebäude will die Adlershorst- Baugenossenschaft entstehen lassen. Der Neubau wird gleichzeitig der Auftakt sein für eine Umgestaltung der Bausubstanz in dem Quartier, wie es sie Harksheide noch nicht erlebt hat in den letzten Jahrzehnten.

Im Rücken der Eckbebauung zum Harksheider Markt stehen sieben große Mehrfamilienhäuser aus den 60er- Jahren entlang des alten Kirchenweges. Insgesamt 129 Wohnungen vermietet Adlershorst hier. Die Gebäude sollen komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. 140 moderne Wohnungen sollen entstehen, mindestens 30 Prozent davon als geförderter Wohnraum. Ebenso betagte Wohnhäuser stehen am Stonsdorfer Weg hinter dem ehemaligen Harksheider Rathaus. Auch diese 54 Wohnungen sollen drei Neubauten mit insgesamt 50 Wohneinheiten weichen. Insgesamt leben derzeit etwa 400 Menschen in den alten Gebäuden. In den Neubauten werden bis zu 600 Menschen unterkommen können.

Die meisten Mieter sind im Seniorenalter

Doch der Abriss und die Neugestaltung dieser Wohngebäude ist nicht vor 2020 geplant. Uwe Wirries, Vorstand der Baugenossenschaft Adlershorst, ist sich der Tragweite des Projektes bewusst. „In diesem Quartier leben vornehmlich ältere Menschen. Und das Letzte, was wir wollen, ist es, bei diesen Menschen Ängste über den Verlust ihrer langjährigen Wohnung auszulösen.“ Deswegen stehe Adlershorst in ständigem Austausch mit den Mietern, um sie umfassend über die geplanten Veränderungen zu informieren. „Wir nehmen die Sorgen der Menschen sehr ernst“, sagt Wirries.

Die Reaktion der Bauplanung auf die Altersstruktur der Adlershorst-Genossen, aber auch der übrigen Harksheider, ist das Senioren-Wohnprojekt am Harksheider Markt. „In direkter Nachbarschaft zur guten Infrastruktur des Viertels wollen wir den Senioren hier die Möglichkeit bieten, in ihrem angestammten Umfeld eine seniorengerechte und bezahlbare Wohnung mit Betreuungsangeboten zu finden“, sagt Wirries. Kleine Wohnungen sollen es sein, für ein bis zwei Personen. Auch den Bedürfnissen demenziell erkrankter Menschen soll Rechnung getragen werden. Daneben soll das Haus mit einem Foyer, Gruppenräumen und einer Gemeinschaftsküche ausgestattet werden. Adlershorst wird das Gebäude an einen Betreiber für Seniorenwohnanlagen verpachten. Angedacht ist, dass etliche der Altmieter aus den für den Abriss vorgesehenen Mehrfamilienhäusern in der Nachbarschaft in das Senioren-Wohnprojekt umziehen.

Ein völlig neues Stadtbild prägen

Was die Gestaltung der neuen Häuser am Alten Kirchenweg und am Stonsdorfer Weg angeht, so folgt Adlershorst den Wünschen der Stadtplaner im Norderstedter Rathaus. „Das ist für Harksheide ein wirklich tolles Projekt“, sagt Baudezernent Thomas Bosse. „Ein Stück Stadtmodernisierung, ein völlig neues Konzept für das Quartier. Die Grundstücke werden besser und dichter genutzt, und es entsteht eine neue Stadtgestalt.“ So sollen die derzeit in Nord-Süd-Richtung stehenden Altgebäude durch Neubauten ersetzt werden, die mit ihren Treppenhäusern, Küchen und Bädern eine parallele Front zum Alten Kirchenweg bilden und sämtliche Wohnräume in den ruhigen nach Süden ausgerichteten Bereich der Grundstücke verlagern. Am Stonsdorfer Weg plant Adlershorst eine aufgelockerte Bebauung mit drei Baukörpern, davon einer mit Front zur Straße. „Die Fronten sorgen auch für einen Lärmschutz in die dahinter liegenden Viertel“, sagt Bosse. „Als die jetzige Struktur in Harksheide geplant wurde, hatten wir es dort mit 5000 Autos am Tag zu tun. Heute fahren da bis zu 20.000 Autos herum.“

Die Grünanlagen rund um die Häuser könnten durch das Drehen der Gebäude großzügiger geplant werden. „Außerdem sollen die Stellplätze für die Autos in Tiefgaragen verlegt werden.“ Das Konzept des Seniorenwohnens auf der Ecke am Exerzierplatz ist für Bosse vorbildlich. „So etwas hätten wir gerne in jedem Norderstedter Quartier, um älteren Bürgern die Möglichkeit zu geben, adäquaten Wohnraum für den Lebensabend in der vertrauten Umgebung zu finden.“ Im Oktober soll der Ausschuss für Stadtentwicklung den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt fassen.

Viele bezahlbare Wohnungen im Quartier

Wie die Sozialstruktur des Viertels in Zukunft aussehen wird, das kann Uwe Wirries noch nicht sagen. „Ich kann nicht seriös beurteilen, wie sich die Mieten entwickeln, bis die Neubauten stehen.“ Wirries sieht sich aber den Mitgliedern der Baugenossenschaft verpflichtet: „Auf jeden Fall werden wir 30 Prozent geförderten Wohnraum anbieten – wie von der Stadt gefordert, daran kommen wir nicht vorbei. Außerdem überlegen wir uns weitere Modelle. Wir sind als Genossenschaft für moderate Mieten bekannt.“