Norderstedt
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Königskerzen gehören in die Sonne – Goldfelberich in den Schatten

Norderstedt.  Wer sich mit Stauden beschäftigt, betritt ein unendlich großes Land. „Es sind Tausende von Sorten auf dem Markt. Bei diesem Angebot findet deshalb jeder Gartenfreund auch die Pflanze, die er haben möchte“, sagt Kathleen Nauel vom Parkmanagement. Die studierte Frau vom Fach fand bei der letzten Gartenpraxis in diesem Jahr im Feldpark des Stadtparks Norderstedt etwa 50 dankbare Zuhörer.

Im Garten sorgen Blumen für den möglichst farbenfrohen Eindruck. „Unsere Stauden dazwischen sollen beruhigen“, sagt die Expertin. Für relativ wenig Geld gäbe es im Handel eine breit gefächerte Auswahl der unterschiedlichsten Staudenarten, betonte die Expertin. Beim Kauf sei deshalb Fantasie und Kreativität gefragt.

Wo sollen meine Stauden blühen und gedeihen? Bei der Antwort ist der Tagesverlauf auf der Gartenfläche wichtig: Ist sie sonnig? Dann empfehlen sich Königskerze, Fackellilie oder der Sonnenhut. Für eher schattige Lagen sind der Fingerhut, der Goldfelberich oder die Rosen-Primel zu empfehlen. Im Steingarten sind Schleifenblume, Polstersteinbrech oder das Edelweiß beliebt. Wichtig ist, dass der Steingarten ausreichend mit Steinen bestückt ist, denn sie werden zur Bodenerwärmung und für den Wasserabzug gebraucht.

Stauden sind teilweise Platzfresser. Imposante Gräser wie das Pampasgras oder das Chinaschiff nehmen nach und nach mächtig viel Raum ein und benötigen mindestens einen Quadratmeter Entfaltungsfreiheit. Bei Rabattenstauden wie Sonnenhut, Taglilie oder Margeriten empfehlen sich Pflanzabstände von bis zu 50 Zentimeter. Optisch reizvoll ist es auch, verschieden hohe Stauden einzubringen. Gerüststauden sorgen mit ihren imposanten Höhen für interessante Perspektiven. Beispiele: Silberkerze, Chinaschilf, Rittersporn oder Tränendes Herz. Sie werden bevorzugt einzeln gepflanzt.

Nach den guten Ratschlägen und den vielen Tipps zur Welt der Stauden führte Diplom-Ingenieurin Nauel die Gartenfreunde zum benachbarten Staudenband. Dort gab es nach der grauen Theorie für die Fachbesucher praktischen Anschauungsunterricht. Mitarbeiter der Firma Jenkel legten ein neues Staudenbeet an. Staunend sahen die Besucher den Profis zu.

Mit dieser Veranstaltung endet für dieses Jahr die Aktion Gartenpraxis, die das Hamburger Abendblatt in Kooperation mit dem Stadtpark Norderstedt veranstaltete. Seit Mai gab es einmal im Monat Vorträge für die Gartenfreunde aus Norderstedt und Umgebung. Das Themenspektrum reichte von der Kübelbepflanzung, über Blumensträuße aus dem Garten bis zur richtigen Rasenpflege und der Gehölzveredelung. Informationen aus erster Hand gaben auch regelmäßig die Kräuter-Experten.

Für Stauden-Freunde ist das Garten-Jahr übrigens noch nicht zu Ende. Neben dem April ist der September die ideale Pflanzzeit für Stauden. Ihren Zuhörern gab Kathleen Nauel einen wichtigen wie humorig gemeinten Ratschlag. „Im Garten“, sagte die Expertin, „ist alles erlaubt, was gefällt“.