Norderstedt
Nahe

„Flüchtlinge sollen im Naher Dörphus wohnen“

In Nahe sollen Flüchtlinge im Dörphus untergebracht werden (Symbolbild)

In Nahe sollen Flüchtlinge im Dörphus untergebracht werden (Symbolbild)

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Das Gebäude steht leer, die Gemeinde will aber die Sanierung vorantreiben. Alternative für Unterbringung ist der Bauhof.

Nahe. Die Gemeinde Nahe zählt zu den Orten im Amt Itzstedt, die momentan ihr Aufnahmesoll für Flüchtlinge noch nicht erfüllen. Nahe unterschreitet die Quote von 18 aufzunehmenden Flüchtlingen zurzeit um 11 Personen. Uwe Voss, CDU-Kreistagsabgeordneter, fordert deswegen, asylsuchende Familien kurzfristig im Dörp­hus der Gemeinde unterzubringen. Dieses soll eigentlich saniert werden, steht aber momentan noch zu einem großen Teil leer, würde also Platz bieten. Zudem, so Uwe Voss, sei ein Antrag auf Förderung zur Einrichtung eines Familien- und Beratungszentrums abgelehnt worden.

„Uwe Voss hat da etwas falsch verstanden“, entgegnet Bürgermeister Holger Fischer. „Unser Förderantrag wurde zurückgestellt bis Spätherbst. Wir haben ihn jetzt ergänzt. Wenn wir den Bescheid bekommen, müssten wir umgehend starten.“ Es geht um einen Zuschuss des Landes in Höhe von rund 600.000 Euro für alle Maßnahmen rund um das sanierungsbedürftige Dörphus. Zum Konzept gehört auch, ein Familien- und Beratungszentrum zu integrieren, das ebenso von Bürgern anderer Amtsgemeinden genutzt werden könnte.

Ob die CDU für die Gemeindevertretersitzung am Donnerstag (19.30 Uhr, Bürgerhaus) trotzdem einen Eilantrag einbringen wird, der die Idee von Uwe Voss beinhaltet, steht noch nicht fest. Der Bauausschuss stimmte unterdessen mehrheitlich für eine Alternative, wo bis zu sieben Flüchtlinge leben könnten: auf dem Bauhof. Dort kommen einige Räume infrage, die momentan unter anderem von Musikern und Teilnehmern eines Töpferkurses genutzt werden.

„Dort hätten wir auch Duschen, die allerdings saniert werden müssten“, so Bürgermeister Fischer. Die Gemeindevertretung müsste der Empfehlung des Ausschusses noch folgen. Das Amt Itzstedt hatte zuletzt bereits deutlich gemacht, dass aufgrund des steigenden Bedarfs alle öffentlichen Gebäude – Gemeinschafts-, Bürger- und Feuerwehrhäuser, Sportlerheime, Turnhallen – als potenzieller Wohnraum für Flüchtlinge gelten.