Norderstedt
NZ-Regional

Die Hoffnung auf Einsicht

Hamburg ist Herr über den Fluglärm. Weder das Land Schleswig-Holstein noch Norderstedt, Quickborn oder Hasloh haben die Macht, mitzureden, wenn es darum geht, wann und wo Flugzeuge starten und landen. Wenn ein Druckmittel fehlt, ein Rechtsstreit beispielsweise über die Bahnbenutzungsregeln einen ungewissen Ausgang hat, bleiben nur das Gespräch und die Hoffnung auf Einsicht.

Für diesen Weg haben sich Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck und Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote entschieden. Habeck will als Motor fungieren und den Hamburger Umweltsenator Jens Kerstan für erste Gespräche gewinnen, Wirtschaftsbehörde und -ministerium ins Boot holen. Dass beide den Grünen angehören und auch schon mal ein Bier miteinander getrunken haben, dürfte den Dialog zwischen den Bundesländern erleichtern. Und auch Habecks Idee, Hamburgs Bewerbung für die Olympischen Spiele und die damit verbundenen Verkehrsprobleme als Vehikel zu nutzen, hat Charme.

Es bleibt Grote wie Habeck zu wünschen, dass ihre Initiative Erfolg hat und der Fluglärm die Gesundheit der Norderstedter, Quickborner und Hasloher weniger belastet als seit Jahrzehnten. Skepsis ist angebracht, denn schon vor Jahren gab es einen ähnlichen Versuch. Doch die "Norderstedter Gespräche" sind irgendwann abgebrochen worden und haben wenig spürbare Spuren hinterlassen.

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